Mittwoch, 18. Juli 2018
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Superbowl, Weihnachten und mein Weg zum Führerschein

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Aaron M.
Stipendium gestiftet durch:
Carl Duisberg Centren



 



Ich bin jetzt schon 6 Monate in Riverview, Florida und damit auch schon langsam in der Schlussphase meines Auslandsjahres angekommen. In der Zeit habe ich ein amerikanisches Weihnachten erlebt, war an einem Superbowl dabei, habe viele Städte und Strände besichtigt, mit dem Highschool Tennisteam gegen andere Schulen gespielt, einen Ausflug nach Mexiko gemacht und habe die Möglichkeit an einem ganz anderen Familienleben in Amerika teilzuhaben.

 


Ich habe schon viele Sachen erlebt und meine Gastmutter (Melanie) und mein Gastvater (Vishal) haben sogar noch vor in den letzten Monaten noch mal viele Ausflüge mit mir zu unternehmen, die sie bereits geplant haben. Meine Gastfamilie möchte, dass ich alles in Florida sehe und erlebe.


Außerdem vermute ich, dass sich mein Englisch auch verbessert hat, aber da ich nicht den wirklichen Vergleich zwischen meinen Englischkenntnissen vom Anfang bis zum Ende meines Auslandsjahres habe, bin ich mir nicht ganz sicher. Ich kann aber manche Unterschiede merken. Zum Beispiel bin ich schneller beim Antworten in einem Gespräch. Darüber hinaus vermute ich, dass sich meine Aussprache und mein Verständnis der englischen Sprache verbessert hat. Am besten hat sich das Verständnis von verschiedenen us-amerikanischen Akzenten verbessert, aber insbesondere der südlichere Akzent in Florida. Ich merke schon, dass sich die Art und Weise, wie ich Englisch rede an den amerikanischen (genauer Florida) "Style" angepasst hat.

 


In der Schule hat sich nicht viel verändert. Mein Zeugnis des ersten Semesters ist gut ausgefallen. Ich hatte in fast jedem meiner Fächer ein "A". Das waren Algebra 2 (Mathematik), Chemistry (Chemie), Guitar (Gitarrenunterricht), Digital Design (digitales Bearbeiten von Dokumenten mithilfe von Adobe InDesign und Adobe Photoshop) und English (Englischunterricht), wo ich es aber nur knapp von einem "B" auf ein "A" geschafft habe. Das liegt daran, dass ich in den Abschlussprüfungen, die wir in jedem Fach hatten, Probleme mit dem Leseverstehen hatte. Dort hab ich gemerkt, dass ich nicht perfekt bin, schwierige Englischtexte zu verstehen. Die Abschlussprüfungen sind Prüfungen am Ende des Semesters, bei denen noch mal das Wissen abgefragt, das sich in dem ganzen Semester angesammelt hat. Diese fließen mit ganzen 50 Prozent in die Gesamtnote der jeweiligen Fächer ein.

 


Neulich hat jeder, der die elfte Klasse besucht, einen Test geschrieben. Der Test heißt "SAT" und ist wichtig für die Bewerbung an ein "College" oder "University". Der Test besteht aus einem naturwissenschaftlichen Bereich und einen Bereich über englische Texte, Rechtschreibung und Grammatik. Ich habe in diesem Test relativ gut abgeschnitten, was dazu geführt hat, dass ich ganz viele Anfragen (Anwerbungen) von "Colleges"/"Universities" bekommen habe. Bis heute kommen noch wöchentlich ein paar Briefe von verschiedenen "Colleges"/"Universities" an. Sie liegen größtenteils in Florida.

 


Außerdem bin ich gerade dabei meinen Führerschein zu machen. Man hat nämlich in einer Klasse namens "Drivers Ed" die Chance eine "Permit" und eine "Driver´s license" zu bekommen. Die Permit ist eine Lizenz bzw. die Erlaubnis mit einem Erziehungsberichtigten im selben Auto fahren zu dürfen. Diese Prüfung ,um eine "Permit" zu bekommen, habe ich schon bestanden. Ich bin jetzt sogar auf dem Weg meinen tatsächlichen Führerschein zu machen.

 

Das Problem ist, man kann schon alles vorbereiten, aber ich kann leider noch nicht in diesem Jahr meine Driver´s license (Führerschein) bekommen. Das liegt daran, dass man die Permit für mindestens ein Jahr im Besitz haben muss, um einen Führerschein zu kriegen. Diese Regelung gilt für alle unter achtzehn Jahren. Damit bin ich automatisch auch betroffen. Deswegen werde ich nächstes Jahr wahrscheinlich zurückkommen, um meinen Führerschein abzuholen und auch vielleicht noch ein bisschen Urlaub zu machen, und um die Möglichkeit zu haben, meine Gastfamilie wieder zu besuchen. So ist das immer noch günstiger als die Tausenden von Euro in Deutschland für den Führerschein auszugeben. Man hat nämlich die Möglichkeit, wenn man den Führerschein in den Vereinigten Staaten errungen hat, ihn in Deutschland umschreiben zu lassen, und kann dann damit auch in Deutschland Auto fahren.

 


Darüber hinaus sind neue Auslandsschüler auf meine Schule (East Bay Highschool) für das neue Semester angereist. Ich verstehe mich mit einem Austauschschüler ziemlich gut, der zufälligerweise auch aus Deutschland kommt. Sein Name ist Jonas. Er ist neulich achtzehn Jahre alt geworden und kommt aus der Nähe von Frankfurt. Ich habe ihn durch das Tennisteam kennen gelernt. Auf jeden Fall ist er ein sehr guter Tennisspieler. Er war in unserem Tennisteam auf Nummer eins gesetzt. Das ist die beste Position von vier weiteren Positionen. Wir spielen mit fünf Spielern, die jeweils gegen fünf andere gegnerische Spieler spielen. Danach gibt es dann noch zwei Doppel. Das erste Doppel besteht normalerweise aus der Nummer eins und der Nummer zwei. Das zweite Doppel besteht dann aus der Nummer drei und der Nummer vier.

 

Leider kann Jonas aber nicht mehr für uns auf der ersten Position spielen. Das liegt an einem komischen "Florida State law", das anscheinend sagt, dass Schüler von Beginn an des Schuljahres die Highschool besucht haben müssen, um berechtigt zu sein an den Tennisspielen teilnehmen zu dürfen. Das ist bei Jonas leider nicht der Fall, da er wie ich schon erwähnt habe, erst im zweiten Semester auf unsere Schule gekommen ist. Er kommt aber trotzdem noch zum Training, um sich weiter verbessern zu können und sogar zu unseren Spielen, um seine Mannschaft zu unterstützen. Wir haben Tennistraining jeden Tag für ungefähr eine Stunde. Das bin ich nicht gewöhnt, da ich in Deutschland nur ungefähr zweimal die Woche Tennis spiele.

 


Das amerikanische Weihnachten, was ich hier im warmen Florida miterleben durfte, ist ganz anders als bei mir zu Hause in Deutschland. Man kommt nicht wirklich in die Vor-Weihnachtsstimmung, da das Wetter sich nicht wirklich vom restlichen Jahr unterscheidet. Das liegt aber auch daran, dass ich in Florida bin. Ich bin mir ganz sicher, dass ein Weihnachten im Norden der Vereinigten Staaten auch noch mal ganz anders aussieht, wie zum Beispiel Maine, New York, Washington, oder Montana. Was mir auch am "amerikanischem Weihnachten" aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass es hier gar keinen Adventskalender, oder Weihnachtskranz gibt. Vielleicht ist das auch nur bei meiner Gastfamilie so und in den Familien meiner Freunde, aber ich konnte ehrlich gesagt auch solche Produkte nicht in Supermärkten oder noch nicht einmal im Internet wirklich finden. Was man als positiv betrachten kann ist, dass sich jeder bei der Beschmückung seines Hauses sehr viel Mühe gibt. Manche davon sehen echt super aus. Wir hatten einen riesigen, aufgeblähten Santa Claus vor unserer Haustür stehen.

 


Mein Kurzurlaub nach Mexiko war auch eine super Möglichkeit Mittelamerika zu erkunden. Wir waren für fünf Tage in Merida untergebracht. Größtenteils haben wir verschiedene Maya Ruinen besichtigt. Das sind Ruinen, die schon ungefähr 3000 Jahre alt sind. Am meisten haben mir die großen Ruinen gefallen, wo man auch berechtigt war auf sie zu klettern. Wir haben auch einmal am Strand (Golf von Mexiko) gebadet. Meine Gasteltern und ich haben auch ein paar Städte dort besichtigt, unter anderem Merida. Das mexikanische Essen, vor allem die Tacos, haben mir sehr gut gefallen.

 


Der Superbowl war nicht wirklich anders, wie die anderen coolen Partys, die meine Gastmutter (Melanie) "hostet", außer dass nebenbei im Fernsehen der Superbowl lief. Ich fand es interessant, wie jeder gespannt auf die Werbeclips während des Superbowls war. Diese sind nämlich meistens witzig und schön anzusehen, weil sie sehr aufwändig gedreht wurden. Das liegt daran, dass nur wenige Sekunden schon ein paar Millionen Dollar kosten. Das SuperBowl Match alleine war auch sehr spannend, weil am Ende sogar der Favorit (die Patriots) nicht gewonnen hat.

 


Am meisten freue ich mich gerade, dass die "Bootsaison" wieder beginnt. Vor zwei Wochen haben wir das erste Mal seit langer Zeit unser Motorboot wieder in das Wasser gelassen und an unserem Strand "relaxed". Das ist für mich immer die beste Zeit meines Auslandsjahres, weil ich mich immer wie im Urlaub fühle. Wir sind letztens auf den angeblich schönsten Strand von Amerika gegangen. Er heißt Siesta Key Beach und es ist der wirklich schönste Strand, den ich bis jetzt gesehen habe. Er ist riesig, sieht einfach auch optisch schön aus und das Wasser ist glasklar.

 


Alles in allem war das ein sehr schöner Teil meines Auslandsjahres. Ich habe schon viel erlebt, wie schon beschrieben: eine Mexikoreise, Superbowl miterlebt , Tennisschulteam beigetreten, schönsten Strand der Vereinigten Staaten gesehen, ein amerikanisches Weihnachten mitgefeiert, ein High School Zeugnis zu besitzen, usw. Ich freue mich noch auf die letzten Monate in dem ich noch mal alles mitmachen werde und alles mitnehme was ich kann.