Montag, 5. Dezember 2016
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Mein Sommer in Down Under

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Carline S. - Australien

Stipendium gestiftet durch:
GLS

 




Mein Sommer in Down Under

Ich bin nun seit 44 Tagen hier in Adelaide, Südaustralien und  in 38 Tagen reise ich schon wieder ab.
Ich lebe bei einer wunderbaren Gastfamilie. Sie besteht aus Wendy, ihrer Tochter, einer anderen Gastschülerin aus Korea und einer Katze.
Adelaide ist die fünft-größte Stadt Australiens und hat 1,3 Millionen Einwohner. Ich komme aus einem ziemlich kleinen Dorf aus Norddeutschland und habe mich  entschieden, es auch in Australien lieber „kleiner“ angehen zu lassen, also nicht in eine der großen Metropolen Sydney oder Melbourne zu gehen.




Ich bin 1 1/2 Wochen vor Schulbeginn hier mit dem Flugzeug angekommen und hatte in den Wochen etwas Zeit mich in der Gegend umzusehen, weil ich sonst keine Ferien hier haben werde. Zuerst war mein Koffer nicht da, aber Wendy hat mir ein Kleid geliehen, sodass ich wenigstens eine Sommerklamotte hatte - denn hier ist zurzeit Sommer! Es war ziemlich heiß gleich zum Anfang und das war schon eine ziemlich große Umstellung, da ich gerade aus dem Skiurlaub kam! In den ersten Tagen hat Wendy mir mit den ganzen organisatorischen Dingen geholfen, Sim-Karte, Schuluniform, Buskarte, Orientierung,... und nach einer Woche hier in Adelaide bin ich mit dem Ruderclub der Schule in ein Trainingscamp ca. 120 km von Adelaide in einen kleinen Ort an einem wundervollen Fluss gefahren. Meine Organisation (GLS) hat das schon im Voraus organisiert, das ich daran teilnehmen konnte und das war wirklich sehr gut, denn so habe ich schon eine Menge Leute vor der Schule kennengelernt, sodass ich in den ersten Schultagen nicht alleine war.
Ich gehe hier auf die Unley High School, die ca. 4 km von meinem zu Hause entfernt ist. Am 1. Tag waren nur die neuen Schüler da, viele internationale (Asiaten) aber auch Australier. Uns wurde die Schule gezeigt und ich habe meine Fächer gewählt. Ich habe versucht, möglichst Fächer zu wählen, die wir in Deutschland nicht angeboten bekommen, also: Drama, Psychology, Textile Design, Outdoor Education, English Communication und Visual Arts.

Es wird sich sehr gut um die Internationals gekümmert und wir haben sogar einen eigenen Raum, wo wir uns in „Frees“  aufhalten können. Meine Schule ist ca. so groß wie in Ratzeburg, so ca. 1100 Schüler und ich fühle mich sehr wohl, denn alle Lehrer sind sehr nett und die Atmosphäre entspannt.
Die Pausen verbringe ich meistens mit den Ruderern und deren Freunden, mit denen ich mich auch sehr gut verstehe. Als „Deutschlandvertreterin“ fühle ich mich am meisten in Drama, wo unser Thema gerade Australische Kultur ist. Zuerst mussten wir dazu erst erörtern, was überhaupt ein Australier ist, und was ihn ausmacht und wie sich alles zusammen gepuzzelt hat. Dazu wurde ich oft befragt, ob das denn auch stimmt, oder was ich für Ansichten habe. Unsere Aufgabe ist es nun ein kurzes Roleplay zu gestalten, in denen man australische Charaktere zeigt. Für mich ist das natürlich schwierig ein Australier zu spielen, da ich nicht den Akzent habe, aber da Australien so multikulturell ist, spiele ich eine Austauschschülerin, was nicht schwer ist, weil ich ja eine bin!

Die Schule hat sehr viele Events, sportliche aber auch formelle, und so werde ich zum Formal und zum Sportabend gehen, wo Sportler formell geehrt werden.
Was ich hier in Australien besonders toll finde, ist dass alle so viel Sport machen! Ich selber bin sehr Sport ambitioniert und treibe sehr viel Sport und so passt das super. Die Schule bietet sehr viele sportliche Aktivitäten an und das ist total anders aufgebaut, als in Deutschland. Hier sind Sportarten wie Cricket, Softball, Australian Rules Football, Touch Football, Netball und Rugby sehr populär. Alle sind neu für mich und ich kenne überhaupt keine Regeln. Aber das ist überhaupt kein Problem, denn alle sind immer bereit, einem das zu erklären! Meine Outdoor Education Lehrerin hat mich zum Touch Football mitgenommen, sodass ich das schon ausprobiert habe. Cricket und Australian Rules Football wurden mir auch schon erklärt und eine meiner Mitschülerinnen, mit der ich befreundet bin, spielt Netball, sodass ich bei ihr zugucken konnte.

Am Wochenende habe ich meistens samstags eine Regatta und sonntags verbringe ich Zeit mit meiner koreanischen Gastschwester und koche traditionelle Gerichte.  Jedes Wochenende wechseln wir uns ab, koreanisch und dann deutsch. Zuerst habe ich den berüchtigten Braten mit Kartoffeln und Bohnen gemacht, denn Rotkohl und Klöße gab es hier leider nicht. Wir verstehen uns super und es ist schön eine Freundin direkt bei sich wohnen zu haben. Sie wohnt hier für 3 Jahre, bis sie ihre Schule beendet hat und studieren geht. Für mich ist das schon ein bisschen komisch, da ich nur 3 Monate bleibe und so unsere „Ziele“ für den Aufenthalt komplett verschieden sind.

Mit dem Rudern sehe ich auch noch etwas von Australien, denn manche Regatten sind außerhalb von Adelaide, in kleinen Country Citys oder die Australien Meisterschaften in Perth. Das ist sehr schön für mich, denn ich habe sonst leider nicht die Möglichkeit noch nach Melbourne oder Sydney zu reisen.
Ich lerne sehr viel über die australische Kultur, die sehr vielfältig ist, aber vor allem finde ich, dass ich mehr über meine eigene Persönlichkeit lerne, was mir wirklich wichtig ist und was ich dann, wenn ich wieder zu Hause bin, besser machen möchte oder überhaupt wieder machen/anfangen möchte. Meine Englischkenntnisse haben sich stark verbessert und es ist überhaupt keine Schwierigkeit, dass der Unterricht auf Englisch ist, außer wenn es auf das Fachvokabular in Psychology kommt! Ich denke auf Englisch und manchmal fallen mir deutsche Wörter nicht mehr ein und es kommt mir total komisch vor deutsch zu reden oder zu denken.

Nun zur Hälfte bin ich schon fast etwas traurig, dass die Zeit so schnell vorüber geht, denn es kommt mir immer noch so vor, als ob ich gestern angekommen bin, obwohl ich mich schon so gut eingelebt hab und mich hier, in Adelaide, auskenne. Doch ich freue mich auch schon auf meine Rückkehr in Deutschland und denke, dass 3 Monate für mich ideal sind, um dieses wunderbare Land grob kennenzulernen, meine Englischkenntnisse zu verbessern und dann aber in Deutschland wieder gut in meinen Alltag einzusteigen.

Liebe Grüße aus Down Under!
Eure Calina

 

Weitere Informationen zu Calina, ihrer Bewerbung und ihrem Auslandslandsaufenthalt
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