Samstag, 1. Oktober 2016
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Zweiter Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiat
Marek B. - Costa Rica

Stipendium gestiftet durch:
Costa Rica Austausch Service (CAS)

 

Schüleraustausch USA<

 

Seit meinem letztem Bericht sind schon wieder mehr als drei Monate vergangen, doch die Zeit ist diesmal sehr schnell verstrichen. Von den letzten drei Monaten war ich nur einen in der Schule, die anderen beiden hatte ich Sommerferien. In der Schule ist nicht mehr viel passiert, abgesehen davon, dass die Abschluss-Examen geschrieben wurden, weswegen viele Mitschüler viel gelernt haben und nicht allzu oft Zeit hatten zum Fußballspielen oder anderen Sachen hatten. Für mich war es trotzdem nicht langweilig, ich musste ja schließlich auch ein bisschen lernen, auch wenn meine Examen kürzer waren, als die der Anderen. Außerdem haben wir ja noch zwei Ausflüge nach Panama und in den Nationalpark Manuell Antonio gemacht, die mir beide sehr gut gefallen haben, Panama war sogar mein Lieblingsausflug. Am ersten Dezember haben dann meine Ferien angefangen, in denen ich einiges gemacht habe. Ich fange aber erst mal mit den Ausflügen an und erzähle danach etwas über die Ferien, Weihnachten und Sylvester:

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

 

Panama

 

Wie schon gesagt, gefiel mir der Ausflug nach Panama mit Abstand am besten. Die anderen haben mir auch sehr gut gefallen, aber die Insel-Gruppe Bocas del Toro in Panama, übertrifft doch noch alle anderen Orte und auch die Bootsfahrten, die wir von dort gemacht haben, haben mir sehr viel Spaß gebracht. Diese Inseln liegen auf der östlichen Seite Panamas, in der Karibik, und sind das Paradies, wie man es sich vorstellt. Die Strände sind noch schöner als in Samara und obwohl es beliebtes Reiseziel ist, kam es mir so vor, als hätten wir die ganze Insel nur für uns, weil wir den ganzen Strand für uns alleine hatten. Auch im Hotel waren die meisten Leute von unserer Gruppe.


Die Busfahrt war recht lang und auch an der Grenze mussten wir ein bisschen warten, wir sind aber früh losgefahren, sodass wir nachmittags ankamen und sogar noch an den Strand konnten. Außerdem sind wir ja auch für drei Übernachtungen da geblieben. Die nächsten Tage haben wir dann alle zusammen eine Art Bootstour gemacht, wo wir zu den verschiedenen Inseln gefahren sind, um dort zu schnorcheln. Die Unterwasserwelt ist dort auch sehr schön, gerade weil das Wasser sehr klar ist.

 

Schüleraustauch Bootsfahrt


Außerdem haben wir in einer Bucht zwei Delfine gesehen, die allerdings nur kurz aufgetaucht sind  und nicht allzu viel von sich preisgegeben haben. Danach sind wir noch zur einer Vogelinsel gefahren, die alleine im Meer steht, mit Palmen und Lianen bewachsen ist und von einer Vielzahl Vögeln umflogen wird, die dort auch ihre Nester mit ihren Jungen haben. Auch ein Faultier haben wir gesehen.

 

 

Manuel Antonio

 

Der Ausflug im November ging nach Manuel Antonio, wo wir den Nationalpark besucht haben, wo die meisten von uns zum ersten Mal viele freilebende Affen und andere Tiere gesehen haben. Außerdem gibt es in diesem Nationalpark einen wunderschönen Strand und man kann eine kleine Wanderung machen, wovon man eine schöne Aussicht über die ganze Bucht hat. Den zweiten Tag haben wir dann am Strand verbracht, der nicht besonders weit von unserer Unterkunft entfernt war, wo wir unter auch alle zusammen, mit einem Bananen-Schlauchboot gefahren sind, was sehr viel Spaß gemacht hat.

 

Schüleraustausch Wildlife

 

 

Ferien

 

Insgesamt hatte ich über zwei Monate Sommerferien. Da dies viel Zeit ist, ich etwas vom Land sehen wollte und sonst sowieso nicht allzu viel zu tun gehabt hätte, hatte ich mich dazu entschlossen im Januar zwei Wochen in einem Hotel zu arbeiten und zwei Wochen ein Programm zum Schutz von Schildkröten zu machen. Beides waren tolle Erfahrungen, aber zuerst kam der Dezember mit der Weihnachtszeit und Sylvester. Insgesamt war es ehrlich gesagt ein recht fauler Monat für mich. Ich hatte zwar weiterhin Fußball-Training, bin Fahrrad gefahren, habe einige Zeit im Supermarkt meines Gastgroßvaters geholfen und konnte außerdem einmal mit Freunden der Familie mit auf ihre Finca fahren, wo ich ein bisschen Kaffee gepflückt habe. Ich habe aber auch viel einfach nur auf meinem Bett gelegen und  gelesen, habe fast immer ausgeschlafen und habe mir recht viele Filme gekauft. Das kommt, denke ich daher, dass  meine costaricanischen Klassenkameraden sogar noch ein bisschen fauler sind als ich, und die ganzen Ferien nur Videospiele gespielt haben und nichts unternommen haben. Ich weiß nicht woher das kommt, aber die anderen Leute von CAS, mit denen ich gesprochen habe, haben alle ähnliches erzählt. Es war aber nicht wirklich tragisch für mich, so konnte ich die ersten drei Wochen faulenzen und dann kam auch schon Weihnachten.

 

Schüleraustausch Urlaub

 

 

Weihnachtstage


Die Ticos legen durch ihren starken Glauben extrem viel Wert auf Weihnachten und die ersten aufblasbaren Weihnachtsmänner und Schneemänner wurden schon drei Monate vor Heiligabend aufgebaut, was mit sehr komisch vorkam, da ich die ganze Zeit über nicht in Weihnachtsstimmung war und ich mich nicht an die Schneemänner, die bei 30 Grad und zwischen den Palmen standen, gewöhnen konnte. Insgesamt ist die ganze Dekoration auch ziemlich kitschig, sodass es mir schon ein bisschen lächerlich erschien, mich aber nicht großartig störte. Auch die Party war für meinen Geschmack ein bisschen überdimensional und wurde mit der kompletten Großfamilie gefeiert, mit der wir dann zusammen gegessen haben und nachher Geschenke ausgeteilt haben. Da ich auch noch Geschenke für alle Onkels mit Familie brauchte, war ich am Anfang ein bisschen nervös, weil mir gar nicht so viele Geschenkideen eingefallen sind, ich hatte jedoch das Glück, dass meine Eltern mir dafür viele Kleinigkeiten aus Deutschland geschickt hatten. Nachdem dann die erste Party mit der Familie väterlicherseits um ca. 1 Uhr nachts zu Ende war, sind wir dann noch zur zweiten Feier der Familie mütterlicherseits gefahren, wo es dann noch einen Nacht-Snack mit Kaffee und Kuchen gab.

 

Obwohl ich solche riesigen Weihnachts-Partys nicht gewöhnt bin und ehrlich gesagt auch die Feiern im kleineren Kreise bevorzuge, hat mir Weihnachten gut gefallen und es war sehr interessant, zu sehen, wie in einem anderen Land gefeiert wird. In der darauffolgenden Weihnachtswoche, hatte mein Gastcousin Semesterferien und wir konnten viel Fahrrad fahren und sind ins Kino oder essen gegangen. Sylvester gibt es dann eine zweite Feier mit der Familie, bei der wieder viel Fleisch gegessen und sich einfach viel unterhalten wurde. Feuerwerke gibt es hier so gut wie gar nicht, nur an öffentlichen Plätzen gibt es manchmal ein kleines. Bei Mitternacht wurde dann angestoßen und sich ein fröhliches neues Jahr gewünscht und alle sind nach Hause gegangen. Mein Gastcousin wollte danach noch mit mir zu irgendeinem Mitternachtsbrunch gehen, aber ich war krank und konnte deshalb nicht mit.

 

 

Hotelpraktikum


Am vierten Januar bin ich dann auf die Halbinsel Osa, die im Süden von Costa Rica gelegen ist, gefahren, um dort 2 Wochen in einem Hotel auszuhelfen. Dazu hatte ich mich entschieden, um vor allem diese Gegend kennenzulernen. Die Halbinsel ist nämlich zum größten Teil mit Urwald besetzt und ist noch zu großen Teilen unberührt. Es gibt dort nahezu jedes Tier, was man mit Costa Rica in Verbindung bringt: von Tukanen, Papageien, Falken, Kolibris und vielen anderen Vögeln, über Pumas, Jaguare, Tapire und vielen Affen, bis zu Delfinen und sogar Walen, wie zum Beispiel Buckelwale, Blauwale, Pottwale und Orkas. Es war ein großer Wunsch von mir Wale zu sehen, aber obwohl ich in dieser Hinsicht enttäuscht wurde, wurden meine anderen Erwartungen erfüllt und vielleicht waren diese zwei Wochen meine beste Zeit bisher in Costa Rica.

 

Schüleraustausch Praktikum


Sogar die Hinfahrt war, obwohl sie ziemlich lang war, sehr schön, denn nach der Busfahrt zu einer Stadt im Landesinneren, bin ich mit einem Boot einen Fluss durch den Urwald aufs offene Meer rausgefahren, an der Küste der Halbinsel entlang bis zu dem Dorf, wo das Hotel lag. Dort wurde ich dann abgeholt und zum Hotel gebracht. Auch das Hotel an sich hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es kein Hotel im klassischen Sinne war. Es war keine Hotelhochburg, direkt am Strand, sondern eine Finca, die ein bisschen weiter im Landesinneren gelegen war. Auf dieser relativ großen Finca sind ungefähr fünf Hütten verteilt. Es gab also immer zwischen 16 und 20 Gäste. Meine Aufgaben waren am Morgen Hausmeisterarbeiten, wie zum Beispiel, die Dächer neu anpinseln, Holzlatten tragen und schleifen und ein bisschen im Garten arbeiten. Das habe ich bis ungefähr 12 Uhr gemacht und hatte danach Freizeit, bis der Tisch fürs Abendessen gedeckt wurde und das Essen zubereitet wurde. Dann habe ich in der Küche mitgeholfen, habe abgewaschen und serviert. Beim Abendessen musste ich jeden Tag helfen, aber es gab einige Tage, wo der Hotelbesitzer,  der die Finca vor ungefähr 6 Jahren gebaut hat, mir freigeben hat und mir Ausflüge organisiert hat. Das war das Beste an den ganzen zwei Wochen, denn jeder dieser Ausflüge war wirklich unvergesslich und der Hotelbesitzer konnte die Preise für mich extrem runterhandeln, weil er mit den ganzen Touristenführern befreundet ist, wodurch es für mich extrem günstig war. So konnte ich zum Beispiel insgesamt vier Tauchgänge(zwei an einem Tag) machen, wo ich mehr als ein Dutzend Haie, viele Rochen bei der Jagd und eine riesen Menge Fische, die manchmal fast meterlang wurden und in großen Schwärmen an uns vorbeigeschwommen sind, gesehen habe. Außerdem habe ich eine Reit-Tour durch den Urwald gemacht, wo wir zu einem Wasserfall mitten im Wald geritten sind, was mir auch sehr gut gefallen hat, auch wenn ich noch nie so lange auf einem Pferd gesessen habe. Ein anderes Mal habe ich eine Tour durch den bekannten Nationalpark gemacht, wo ich unendlich viele Vögel und Affen gesehen habe. Sogar einen Tapir haben wir gefunden und eine andere Gruppe hatte am selben Tag einen Puma gesehen.

 

Schüleraustausch Baden

 

Die Tour, die mir jedoch am besten gefallen hatte, war eine Bootsfahrt aufs offene Meer, wo ich gehofft hatte, Wale zu sehen. In der Hinsicht hatte ich wohl leider Pech gehabt, aber auf dem offenen Meer, wo das Wasser extrem blau wird, hat uns der Führer, der ein Delfinforscher ist, zu sogenannten „Super-Pods“ geführt. Super-Pods sind Zusammentreffen von vielen Delfin-Gruppen, die dann alle zusammen essen und spielen. Das war sehr beeindruckend und sehr schön anzusehen. In solchen Treffen kommen mehr als hundert Delfine zusammen, die dann neben unserem Boot mitgeschwommen sind, in Gruppen immer aufgetaucht sind und manchmal meterhohe Sprünge und Kunststücke hingelegt haben. Wir haben versucht mit ihnen zu schnorcheln, waren aber zu langsam und als wir im Wasser waren, waren sie schon längst weg. Man konnte ihre Stimmen aber noch hören und abgesehen davon, war es unter Wasser wunderschön, denn, obwohl wir nur kleine Mikroorganismen gesehen haben, was das Wasser extrem klar und von einem wunderschönen blau. Man konnte über viele Meter weit gucken und unter einem war einfach nur tiefes Blau, da der Grund 1200 Meter von uns entfernt war.

 

 

Schildkrötenprojekt


Schüleraustausch Schildkröte

 

Als ich wieder nach Atenas gekommen bin, hatte ich einen Tag Pause, um mich ein bisschen zu organisieren und am nächsten Tag bin ich dann gleich weiter nach Samara gefahren, um dort an einem Projekt zum Schildkrötenschutz teilzunehmen. Ich habe mich schon sehr dafür interessiert, Schildkröten zu sehen und ihnen zu helfen, aber meine Hauptmotivation war ehrlich gesagt, mal wieder die Freunde von CAS zu sehen und mal wieder ein bisschen deutsch zu reden. Mein Spanisch hat sich inzwischen zwar schon so verbessert, dass ich jetzt, wenn ich mich konzentriere, fast jeden Zusammenhang verstehen kann und mich auch verständigen kann, aber ich vermisse die deutsche Sprach schon sehr und es hat mir Spaß gebracht, einfach mal wieder richtig zu reden, ohne groß drüber nachzudenken, was man oder der andere sagt. Auch die neuen Leute, die man dort kennengelernt hat, waren sehr nett und ich habe mich mit der Zeit mit ihnen angefreundet. Morgens wurde gearbeitet und auch nachts mussten wir fast jedes Mal  für zwei Stunden aufstehen, um die Schildkröten zu bewachen. Insgesamt war es aber extrem entspannt, und den Rest der Zeit wurde einfach nur gefaulenzt, gelesen, Fußball oder Karten gespielt, geschwommen oder gesurft. Die Unterkunft und gerade das „Badezimmer“ waren zwar sehr einfach gehalten, das Essen war jedoch gut und ich hatte viel Spaß und würde es jeder Zeit wieder machen. Was ich wahrscheinlich auch machen werde, denn der Camp-Besitzer hat mir angeboten, jeder Zeit wiederzukommen, um ihn zu besuchen. Im Nachhinein weiß ich nicht, welches Projekt mir besser gefallen hat.  Ich würde empfehlen beides zu machen, wenn man genug Zeit hat.


Schüleraustausch Freunde

 

 

Abschluss

 

In nicht einmal einer Woche geht die Schule wieder los und die zweite Halbzeit des Austausches bricht ein. Das ist jedoch okay für mich, denn ich hatte jetzt lange genug Ferien und ich freue mich meine Freunde aus der Schule wiederzusehen und es wird Zeit, dass ich mal wieder aus meiner Entspannungs-Phase erwache. Eigentlich ist es sogar nur noch weniger als ein halbes Jahr, deshalb versuche ich, die Zeit, die mir verbleibt noch voll auszunutzen. Besonders auf die kommenden Ausflüge und Fahrradrennen freue ich mich. Aber auch auf mein neues Gastgeschwisterchen, das an meinem ersten Schultag geboren wird. Das wird nochmal eine große Umstellung, denke ich, aber damit habe ich kein Problem, und lasse es einfach auch mich zukommen.

 

Schüleraustausch Abschied