Samstag, 2. Juli 2016
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Schüleraustausch Ecuador:
Die Zeit rennt!

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Vicky B. - Ecuador

Stipendium gestiftet durch:
YFU

 

Viktoria Ecuador

Knapp 7 Monate bin ich jetzt schon hier in Ecuador! Die Zeit vergeht so unglaublich schnell. In den letzten 3-4 Monaten ist auch schon wieder total viel passiert: Weihnachten, Silvester, Beginn der Ferien, mein Geburtstag,…


Es ist März und ich kann von mir behaupten, dass ich hier jetzt ein richtiges Leben habe. Eine super Familie, richtige Freunde, Hobbies und  viiiiiiiel Spaß. Mein Spanisch ist inzwischen auch so gut, dass ich einfach rede und nicht über jedes zweite Wort nachdenken muss. Natürlich ist es nicht fehlerfrei, aber das ist kein Problem. Dann sorgt man manchmal sogar noch für ein Grinsen in den Gesichtern der Ecuadorianer. Ich weiß ja, dass es nicht böse gemeint ist. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich mal so fühlen und denken würde wie jetzt. Mein Leben hier ist im Moment ziemlich perfekt. Ich hatte auch ewig kein Heimweh mehr. Das letzte mal glaube ich während der Weihnachtszeit und Silvester. Davon fange ich auch direkt mal an zu erzählen.


Weihnachten war für mich die traurigste Zeit hier in Ecuador. Ich liebe die Weihnachtszeit in Deutschland. Das war einfach der Grund, wieso ich hier in dieser Zeit nicht so glücklich war. Es war anders. Einfach so gar nicht Weihnachten, wie ich es kenne. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir gewünscht, dass es wie bei einigen Freunden einfach ausfällt, weil die Familien einen anderen Glauben haben. Aber jetzt wo alles vorbei ist, bin ich schon froh, es miterlebt zu haben. Es fing alles an, dass meine Gastmutter Ende November einen PLASTIK-Weihnachtsbaum aus irgendeiner Ecker gekramt und zusammen gebaut hat. Der ging mir grade bis zum Bauchnabel. Ich habe hier keinen echten Baum gesehen, nur welche aus Plastik. Der Baum wurde dann komplett lila geschmückt. In der nächsten Zeit wurde dann auch ganz Machala geschmückt. Jede Straßenlaterne war mit etwas geschmückt, das piepende Weihnachtsmusik gemacht hat. Von morgens bis Abends. Ihr glaubt gar nicht, wie ich mich darüber gefreut habe. Und es wurde ein riiiesiger Baum  (natürlich aus Plastik) auf einem Platz aufgestellt. Dieser Platz war allgemein recht weihnachtlich. Trotzdem kam ich nicht in Weihnachtsstimmung. Wie auch? Es waren den ganzen Tag um die 30° hier. Über die Weihnachtstage sind meine Mutter, Schwester und ich dann nach Cuenca in die Sierra (Gebirge) zu der Familie gefahren. Dort war es zwar kalt, aber sonst nichts wie Weihnachten. Dort hatten wir nicht mal einen kleinen Plastik-Weihnachtsbaum.

 

Der 24. lief dann so ab: bis um 21 Uhr haben meine Schwester, Cousins und ich Filme geguckt, dann haben wir Pfau gegessen, auf einmal haben sich alle Frohe Weihnachten gesagt und es gab Geschenke, direkt danach sind alle ins Bett. Aber einfach alles ohne Weihnachtsstimmung. Die einzigen 5 weihnachtlichen Minuten waren, als wir Weihnachtskekse und Marzipan, die mir meine Familie aus Deutschland geschickt hat, gegessen haben. Nach dem Tag war es dann auch vorbei mit „Weihnachten“. Aber hier ist Weihnachten genau wie in Deutschland in jeder Familie verschieden. Silvester war eigentlich schon viel besser. Zu dieser Zeit habe ich nur unheimlich Deutschland vermisst, deswegen nur eigentlich. Wir waren mit der ganzen Familie in dem Haus von meiner Cousine. Dort leben irgendwie auch ganz viele Tanten und andere Cousinen und deren Kinder. Auf jeden Fall kamen dann auch noch andere Tanten und Onkel. Dann sind wir zu einer Straße gefahren mit ganz vielen „Año viejos“ zum angucken. Jede Familie hat so etwas, entweder gekauft oder selbstgemacht. Das sind Figuren, die mit Böllern und sowas ausgefüllt sind  und um 24 Uhr angezündet werden.  Das soll alle schlechten Sachen aus dem letzten Jahr vertreiben. Bis um 24 Uhr saßen wir dann alle zusammen und haben uns unterhalten. Dann war es aber leider nicht so viel mit Feuerwerk, weil es ganz stark angefangen hat zu regnen. Aber ein bisschen ging trotzdem. Dann haben wir gegessen und ein paar Cousinen, meine Schwester und ich sind noch in der Stadt herumgelaufen und haben uns von außen die Partys angeguckt, auf die wir nicht gehen konnten, da die Silvester alle 30-60 Dollar gekostet haben und das hätte sich nicht gelohnt. War aber trotzdem ganz lustig.


Dann war es auch schon 2013. Und es hat nur noch einen Monat gefehlt bis zu den 3 Monaten Ferien. Januar verlief ganz normal hier. Schule, Tanzen, Freunde und Familie. Ich habe mich einfach auch schon total auf meine 2 Reisen im Februar gefreut. Die erste über Karneval zu einer Freundin nach Manta und die 2. mit der Familie in den Oriente. Es hieß nur in den Oriente, aber wir sind durch halb Ecuador gefahren. Das war richtig cool!


Also Karneval in Ecuador ist ein Erlebnis! Alle fahren an die Strände, weil es da richtig ab geht. Deswegen bin ich nach Manta zu einer Freundin gefahren. Eigentlich ging Karneval nur von Sonntag bis Dienstag, aber wir haben schon am Freitag angefangen mit Freunden. Zu dieser Zeit gibt es an jeder Ecke Espuma zu kaufen. Das ist so ein Schaum zum sprühen. Es bringt so Spaß. Man kann einfach durch die Straße gehen und die Leute voll sprühen, ohne dass sie sauer sind. Meine Freundin ist auch aus Deutschland und wir beide waren von Freitag bis Dienstag nass und voll mit diesem Schaum. Wir waren hauptsächlich am Strand. Da gibt es Bühnen und alles Mögliche. Und einfach die ganze Zeit Party. Es war voll mit Menschen, das kann man gar nicht glauben. Meine Freundin und ich sind aber als Deutsche total aufgefallen und deswegen haben wir ein bisschen mehr Schaum und Wasser abbekommen als die anderen. Quasi jeder der eine Flasche mit dem Schaum hatte, hat uns voll gesprüht. 2 mal habe ich auch ein Ei abbekommen. Aber so ist Karneval hier nun mal. Es bringt nur Spaß und alles sind gut drauf. In den Nächten waren dann immer Konzerte. Also habe ich in Tagen 6 Konzerte von richtig berühmten Sängern für nichts mitbekommen! Chino y Nacho waren das Highlight von allen Konzerten. Karneval muss man hier miterleben! Ich war ein bisschen traurig, als alles vorbei war und ich nach Hause musste. Aber die Tatsache, dass ich mit meiner Familie 2 Tage später in den Urlaub gefahren bin, hat mich dann wieder aufgemuntert. Wir sind mit einem kleinen Bus für 9 Personen durch halb Ecuador gefahren. Ich habe total viel gesehen. Zuerst sind wir nach Baños gefahren. Die Stadt liegt an einem aktiven Vulkan und wir haben in heißen Quellen gebadet, danach nach Ambato, danach durch den  Oriente und dann über Cuenca und wieder zurück nach Machala. Nachts haben wir immer in so einer Art Jugendherberge geschlafen. Wir sind den ganzen Tag herum gefahren und zwischendurch uns dann Städte angeguckt. Ach ja  einen Abstecher in Kolumbien haben wir auch noch gemacht. Und wir waren in einer Stadt, in der überall Affen frei herumlaufen. Wo ich grade bei dem Thema Affe bin. Die im Dschungel haben erzählt, dass sie Affen essen und wollten uns Schlange andrehen.  Also das soll alles wir Hühnchen schmecken. In dieser Reise habe ich echt viel von Ecuador mitbekommen.


Nach der Reise habe ich dann mit der Sozialarbeit, die wir hier von YFU machen müssen, angefangen. Ich musste einen Monat jeden Morgen auf 1-jährige Babys aufpassen. Mit ihnen spielen und sie füttern. Die erste Zeit war total anstrengend, weil ein Baby alle einfach nur beißen wollte. Meine Aufgabe war, ihm die ganze Zeit hinterher zulaufen und aufzupassen, dass er niemand beißt.  Nach 2 Wochen hat er dann die Gruppe gewechselt und es war so entspannend mit den anderen Babys. Die waren alle süß und lieb. Nach der Arbeit bin ich direkt zum tanzen gefahren. Jetzt wo ich nicht mehr arbeite, gehe ich morgens ins Crossfit, da macht man so richtig anstrengende Übungen auf Zeit. Mit Trainer und allem. Danach gehe ich zum Tanzen und abends gehe ich nochmal zum Tanzen.  Ich bin also 5 Stunden am Tag im Aerodance und tanze. Es ist wie ein zweites zu Hause für mich hier in Ecuador. Sobald ich Aerodance betrete, bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Eine Sache hat mich aber noch glücklicher gemacht: Mein Geburtstag!


Der Abend vor meinem Geburtstag bin ich mit meiner Schwester und Freundin meines Bruders in einem Raum gewesen und waren nur am lachen und hatte unseren Spaß. Achso inzwischen Leben in diesem Haus meine Mutter, Schwester, Freundin und Tochter vom Bruder, ich und 1-2 Wochen im Monat auch mein Bruder. Am Anfang nur meine Schwester, Mutter und ich. Aber es ist jetzt besser mit ein paar Personen mehr, finde ich. Also wir waren in dem Raum und auf einmal um kurz vor 12 kommt meiner Gastmutter hereingestürmt und schreit mich an, dass ich endlich ins Bett soll. Bin ich dann auch gegangen. Um 24 Uhr kamen dann alle mit Geburtstagsmusik, Torte und Geschenken in mein Zimmer. Es war so schön, ich gehöre inzwischen auch richtig zur Familie. Hier ist es so, dass am Geburtstag immer das Gesicht in die Torte gehauen wird. Habe ich natürlich in dem Moment total vergessen und ich wurde reingelegt, sodass ich ganz nah mit dem Gesicht an der Torte war und boooom. Alle Hände an meinem Kopf und mein Gesicht war in der Torte. Die Nacht verlief dann noch ganz lustig. Der Tag war ganz normal, außer dass ich beim Tanzen noch etwas gefeiert wurde und es noch eine Torte gab. Ich dachte, dass nichts mehr kommt. Aber ich habe nicht mit meiner Überraschungsfeier am Wochenende gerechnet. Mir wurde gesagt, dass wir auf den Geburtstag einer Tante gehen mit Kleid und ganz schön. Dort angekommen wurde ich sofort in das Zimmer meiner Cousine gebracht und sie hat mich so lange  überredet, bis ich ihr Kleid von ihrem 15 Geburtstag angezogen habe. „Nur für Fotos“. 15. Geburtstage hier sind riesig, das Geburtstagskind hat ein Kleid, wie eine Prinzessin an und einfach eine riesen Feier mit allem drum und dran. Also ich habe mir dann schon ein bisschen gedacht, dass die Feier für mich war, als ich noch mehr geschminkt wurde und es sich alles nur im mich gedreht hat. Dann ging es nach oben und ALLE meine Freunde und Verwandte waren da. Alles war so schön. Für mich wurde gesungen und ein DJ war da, ein Clown, der Moderator war, und gute Laune. Es war ein bisschen wie ein 15 Geburtstag hier. Zur Info ich wurde 17. Es war die beste Feier meines Lebens. Und so etwas habe ich noch von keinem  Austauschschüler hier gehört .Das alles haben meine Mutter, meine Schwester und mein Tanzlehrer organisiert. Ich bin ihnen so dankbar für meinen schönsten Tag hier in Ecuador!

 

Und die nächsten 3 Monate werden auch gut! Ich fliege noch mit einer Tante und anderen Verwandten nach Miami, mit meiner Organisation auf die Galapagos-Inseln und ab Mai habe ich wieder jeden Tag meine ganzen Freunde in der Schule. Ich werde meine letzte zeit hier noch richtig genießen und das kann ich auch, weil obwohl ich soviel Sport mache, trotzdem noch in der Zeit da zwischen und am Wochenende etwas mit Freunden machen darf. Und das ist hier nicht selbstverständlich in Ecuador. Ich habe einfach so Glück mit meiner Gastfamilie. Ich habe mich echt bemüht mich zu integrieren, ich helfe und verstehe mich super mit ihnen. Jetzt  vertrauen  sie mir komplett und wollen, dass ich mein Jahr hier weiterhin genieße und tun alles dafür. Was will man mehr? Ich habe ein perfektes Austauschjahr in Ecuador!

 

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