Montag, 5. Dezember 2016
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Costa Rica – Pura Vida

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Nina S. - Costa Rica

Stipendium gestiftet durch:
Costa Rica Austausch Service (CAS)

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

Ich will mich ganz kurz vorstellen. Ich heiße Nina Schaffeld, bin 14 Jahre alt und komme aus Oberhausen. Ich entschied mich ein Auslandsjahr in Costa Rica zu machen, weil ich eine neue Kultur kennenlernen und mein Spanisch verbessern wollte. Kurz gesagt: Ich bin jetzt schon unendlich glücklich, dass ich mich genau dazu entschieden habe. Ganz nach dem Motto: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!


Es schien so weit weg und es hieß für mich immer „ Ich mache ein Auslandsjahr in Costa Rica!“, doch dann ging alles ganz schnell und die Verabschiedungen standen vor der Tür. Meine Freunde und meine Familie organisierten eine Abschiedsfeier für mich, auf der viel geweint, aber auch gelacht wurde. Am Tag der Abreise war ich morgens eigentlich noch ganz entspannt, dann fuhren wir zum Flughafen und zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder gab ich mein Gepäck auf und checkte ein. Dann ging alles schneller, als ich erwartet hatte. Auf einmal hieß es Abschied nehmen von den wichtigsten Personen in meinem Leben. Natürlich flossen auch einige Tränen, aber als ich mit den Anderen außer Sichtweite war, ging es mir schon wieder ganz gut. Nach einem langen Flug und einem kurzen Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik,  kamen wir dann am Flughafen in San José an. Ich konnte es mir gar nicht vorstellen, dass ich jetzt knapp 10.000 km von zu Hause weg war.


Einerseits war ich froh, endlich gelandet zu sein, aber auch müde und zugleich sehr aufgeregt. Wie sollte ich auf die Gastfamilie zugehen und was soll ich denn bitte am Anfang sagen?  Dass ich mir aber zu viele Gedanken gemacht hatte, stellte sich dann schnell heraus. Ich wurde herzlich aufgenommen und direkt in die Arme geschlossen. Meine  „Mama“(Olga), mein „Papa“(Alonso), der sich extra freigenommen hat, Luisa(12) und Saúl(7) waren am Flughafen. Ich habe nur die Hälfte von dem, was sie gesagt haben, verstanden, aber sie erklärten es mir dann auch ein viertes oder fünftes Mal, bis ich es auch wirklich begriffen habe. Ein paar Stunden später holten wir meine andere Gastschwester Camila(15) am Flughafen ab, die beim Weltjugendtag in Brasilien war.


Am nächsten Tag hatte dann ein Teil von unserer Gruppe das Orientierungstreffen mit CAS, die andere Hälfte war am folgenden Tag an der Reihe, da es sonst zu viele geworden wären. Meine „Mama“ brachte mich zum CAS Büro nach San José. Wir waren knapp eine Stunde zu früh, was für "uns" Ticos eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist. Als alle da waren, haben wir zusammen gefrühstückt und anschließend über Land und Leute geredet. Dann fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Das war schon was ganz anderes als zuhause: die Tür bleibt auf, ein Mann spielt im Bus irgend so ein komisches Instrument und kippt halb um dabei, es wackelt ohne Ende, aber es ist lustig. Man steigt da aus, wo man will, weil die Tür ja offen bleibt:-) Das ist zumindest manchmal so.


Im Büro angekommen gab es Mittagessen und dann besprachen wir die Programmregeln nochmal. Danach haben mich meine “Mama” und meine “Schwestern” mit dem Auto angeholt. Wir fuhren in ein Geschäft, das man mit  IKEA vergleichen kann. Wir kauften einige Sachen für mich und das neue Haus, in das wir voraussichtlich im Dezember umziehen werden. Ob das klappt? Nach Aussagen meiner Gasteltern, wären wir eigentlich schon dreimal umgezogen. Ticos nehmen es mit Terminen nicht so genau.


Ich gehe öfter mit meiner Familie in den Freizeit-Country Club ” El Castillo”. Dort gibt es z.B. eine Sauna, einen Whirlpool, ein Schwimmbad und Sportkurse. Am Anfang waren wir dort auch einmal Essen. Dort gab es auch noch Karaoke. Wir sangen mit, wie wir eben wollten und konnten und haben getanzt.  Das macht alles so viel Spaß,  weil meine Familie den ganzen Tag total viel Freude hat und sie mich damit anstecken.


An meinem ersten Schultag stand ich um 6:30 Uhr auf. Meine Geschwister waren da schon aus dem Haus, da sie über eine Stunde zur Schule fahren müssen. Für mich hieß es dann: Schuluniform anziehen! Blaue Hose, graues Poloshirt, blaue Socken in schwarzen Ballerinas. Gewöhnungsbedürftig…


Ich musste dann noch 2 Stunden warten, bis Gretel, eine Mitarbeiterin von CAS, mich und meine “Mama” abholte. Sie begleitete mich am ersten Tag zu meiner bilingualen (spanisch und englisch) Schule „Colegio Yurusti“  und zeigte mir alles.


Und dann war es so weit. Ich wurde meinen Mitschülern vorgestellt, alle mindestens 2 Jahre älter als ich, aber das bin ich ja schon gewohnt, da ich schon mit fünf eingeschult wurde. Ich besuche hier die elfte Klasse.


Die Schule ist super schön, da könnte sich meine Schule in Deutschland mal eine Scheibe von abschneiden :-), die Mitschüler sind auch lieb, die Lehrer sind genauso nett und werden nur mit „Profe” angesprochen, deshalb weiß ich nicht mal alle Namen. Der Unterricht läuft hier etwas anders ab. Es gibt Stühle, an denen der Tisch befestigt ist. Wenn man während des Unterrichts ein Handy benutzt, dann ist das halt so. Das juckt hier in der Regel keinen. Oder du nimmst deinen Stuhl und setzt dich einfach woanders hin. Das ist auch meistens für alle in Ordnung.


Ich fühle mich dort eigentlich wohl, aber es ist noch sehr schwer für mich alles zu verstehen. Um ehrlich zu sein, verstehe ich meistens kein Wort im Unterricht, weil alle sehr schnell Spanisch sprechen. In meiner ersten Stunde Estudios Sociales fragte mich meine Lehrerin ganz viele Sachen, wie z.B. „Nina, was sind denn Unterschiede zwischen Deutschland und Costa Rica?" Ich war sehr aufgeregt und verstand kein Wort und antwortete die ganze Zeit nur mit „ Ja“.  Ein paar Wochen später erfuhr ich dann erst, dass sie mir nichts erzählte, sondern mir Fragen stellte. Peinlich, peinlich…


Ein paar Tage holte mich der Direktor aus dem Informatik-Unterricht, um mich willkommen zu heißen und sich mir vorzustellen. Das fand ich ziemlich nett von ihm. Wenn ich durch die Schule laufe, höre ich durchgehend “Hola Nina” und meistens kenne ich denjenigen gar nicht, aber offensichtlich kennen mich hier irgendwie alle. Das war am Anfang noch extremer, jetzt kenne ich immer mehr.


Mit meiner Familie läuft alles bestens. Sie ist einfach der Traum und wir lachen :-) viel. Ich fühle mich bei ihr richtig wohl und habe jetzt schon Angst vor dem Abschied, aber da will ich noch gar nicht dran denken.


An einem Abend war ich mit Camila auf einer Party anlässlich eines 15ten Geburtstages. Es war sehr lustig, mit einem DJ, einer Tanzfläche, 60 Leuten oder mehr. Ich muss schon sagen, hier in Lateinamerika können sich die Jungen eindeutig besser bewegen als in Deutschland. Hier sind einfach alle richtig gut drauf. Da auch viele von der deutschen Humboldt – Schule kommen, auf die auch Camila geht, konnten fast alle deutsch sprechen.
Einen Tag lang hatten wir kein Wasser. Weder zum Duschen, noch zum Spülen oder zum Waschen. Es kam einfach kein Wasser. Bei unseren Nachbarn war es das Gleiche und in vielen anderen Teilen Costa Ricas auch. Wir fuhren deshalb in den Country Club und duschten uns dort, nachdem wir dort noch schwimmen waren. Ich habe dort auch einen Jungen von CAS getroffen, seine Familie hatte wohl dieselbe Idee.


Am gleichen Tag war ich mit Camila wieder auf einen 15. Geburtstag eingeladen. Dieser wird hier richtig groß gefeiert. Es gab sogar eine drei-stöckige Torte und das soll doch schon mal was heißen, oder?


An einem verlängerten Wochenende fuhr ich mit meiner Familie an den Strand. Das erste Mal hier in Costa Rica. Dass ich total aus dem Häuschen war, kann man sich ja vorstellen. Schon drei Tage vorher sang ich nur noch „ Vamos a la playa“. Wir fuhren zusammen mit der Familie meines „Vaters“. Familien sind hier deutlich größer als zuhause. Wir fuhren mit einem großen Schiff raus aufs Meer. Es gab dort eine Bar und Musik und die Stimmung war einfach super. Nach ca. 1 Stunde hielten wir und waren dann schnorcheln. Das machte mir richtig viel Spaß, weil einer von den Leitern der Tour Fische im Wasser fing und sie uns gab. Ich hatte einen Kugelfisch in der Hand. Einmal war er aufgeblasen und ein anderes Mal nicht. Danach hatte ich einen Tintenfisch in der Hand. Der saugte sich richtig an meine Hand. Da hatte ich die folgenden Tage auch noch eine kleine Wunde, weil der Tintenfisch mich nicht loslassen wollte ;) Eine tolle Erfahrung, kann ich nur sagen und ich würde es gerne nochmal machen. Als wir mit dem Schiff wieder zurückkamen, hat es geregnet und es war ein leichter Wellengang, nicht unbedingt das Richtige für mich, aber ich überlebte es ohne bleibende Schäden.

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

An dem letzten Abend kuschelte sich meine Gastmama zu mir und nahm mich in den Arm. So bin ich dann auch eingeschlafen und hörte nur noch, wie sie sagte ,,Nina, te quiero”, also “Nina, ich liebe dich”. Dann gab  sie mir noch einen Kuss auf die Stirn. Ich bin so unglaublich glücklich in dieser Familie. Ich weiß, dass ich das schon gesagt habe, aber ich muss es einfach nochmal sagen.


Dann stand auch schon der erste Ausflug mit CAS nach Samara an. Da bemerkte ich auch, dass ich schon knapp einen Monat hier war. Mein Papa brachte mich zum CAS Büro, an dem wir dann alle zusammen losfuhren. Auf dem Weg sammelten wir noch einige ein,  die etwas weiter entfernt wohnen.


Dann ging die Fahrt los und wir merkten schnell, dass wir uns viel zu erzählen hatten. Deshalb ging die 5-stündige Fahrt auch relativ schnell um. Als wir eine Pause machten, merkte man direkt, dass man sich der Küste nähert, da es extrem heiß war.Wir kamen an und packten aus. Unsere Häuser, es waren nicht die schönsten, aber wir waren eh nur zum Schlafen dort, lagen direkt am Strand. Am nächsten Morgen war nichts mit lange schlafen. Die, die wollten, konnten nämlich bei Sonnenaufgang joggen gehen. Sowas lasse ich mir nicht entgehen. Bis auf die Tatsache, dass ich Blasen an den Füßen hatte, bereue ich es auch kein bisschen mitgegangen zu sein. Es war wunderschön.


Nach dem Joggen hatte ich dann mit den anderen einen Surfkurs um 8:00 Uhr. Die Trockenübungen und die Einweisung liefen super gut. Dann ging es ins Wasser. Es ist auf jeden Fall schwerer, als es aussieht, aber es ist machbar und man ist richtig froh, wenn man steht und eine Welle bekommt.  Nach 2 Stunden war aber nicht nur ich völlig kaputt, denn es ist richtig anstrengend, sich immer wieder gegen die Wellen ins tiefere Wasser zu kämpfen, während man das Salzwasser in die Augen, die Nase und den Mund bekommt.


Am Nachmittag fand das nächste unbeschreibliche Erlebnis statt. Wir ritten am Strand. Das ist so ein schönes Gefühl, wenn im Galopp die Haare fliegen und man über das Meer in die Weite schaut. Ich konnte es gar nicht glauben, dass ich das gerade wirklich mache :-) Ich kann es auch garnicht richtig beschreiben, weil es einfach so wunderschön war.

 

Reiten Costa Rica


Die restliche Zeit bis zur Abreise verbrachten wir dann am Strand. Dann hieß es auch schon wieder: ” Um Punkt 12:00 Uhr geht der Bus und bis dahin sollte alles gepackt und verstaut sein.”  Was das angeht, haben wir uns alle schon den Ticos angepasst, da es eher 12:30 war, als “Punkt 12″. Die Rückfahrt über war ich sehr müde.


Es hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber ich freute mich richtig auf meine Familie und war froh, als ich sie wieder in die Arme schließen konnte. Es warein wunderschönes Wochenende mit vielen Erlebnissen, von denen ich bisher nur geträumt hätte.


Ich war richtig müde, mein Körper war ein einziger Mückenstich und meine Beine waren verbrannt, aber nicht so, wie sich andere Leute in der Sonne verbrennen. Nein, ich schaffte es, mir heißen Kaffee über die Beine zu schütten :-)


Meine Mama meinte dann an dem Tag, an dem ich ankam” Nina, du bist so müde und kaputt und dann noch die Verbrennung. Bleib morgen mal zu Hause. Ich schreibe dir dann eine Entschuldigung, dass du krank warst und dann kannst du dich ausruhen.” Ich wusste nicht so genau, ob ich das annehmen sollte, aber letztendlich bin ich dann doch mit Luisa zu Hause geblieben, weil sie krank war.  Wir verbrachten dann einen Spiele-Tag.

 

Am 4.09.2013 war der erste Schultag in Deutschland und ich war nicht dabei. Ich habe Bilder von meinen besten Freunden bekommen, auf denen sie wieder alle zusammen die Pause verbringen. Außerdem schrieben sie über ihre Stundenpläne und Lehrer und neben wem sie sitzen. Einerseits freue ich mich darüber,  zu erfahren, wie der erste Tag war und zu hören,  dass sie recht zufrieden sind. Andererseits vermisse ich sie auch noch mehr in solchen Momenten. Ich redete mit meinen Gastgeschwistern und meiner Mama darüber, dass es schwer für mich ist.  Sie munterten mich direkt auf und mir ging es dann auch direkt besser.


Am 6.09.2013 war abends ein Fußballspiel zwischen Costa Rica und den USA in Costa Rica. Ich sah mit einer Freundin die erste Halbzeit beim Public Viewing, da es in San José übertragen wurde. Was war auch anderes zu erwarten. Wir gewannen natürlich 3:1, ist ja auch klar.


Na? Wisst ihr, wann der Unabhängigkeitstag von Costa Rica ist? Nein, noch nicht? Dann will ich euch das jetzt sagen. Er ist am 15. September und der wird hier auch ordentlich gefeiert. Meine Aufgabe an diesem Tag war: Tanzen mit meiner Schule. Ich habe mich morgens früh fertig gemacht. Das hieß also für mich: Schminken, Rock an, Sonnencreme, Zopf flechten, Blume ins Haar. Das war das Ergebnis.

 

Nationalfeiertag Costa Rica


Jedes Mädchen besitzt hier so ein Kleid und eine Freundin aus der Schule hat sogar zwei. Die konnte mir eins leihen. Praktisch für mich! Mein Vater brachte mich nach Santo Domingo, wo wir uns alle trafen. Es waren fast alle Schulen, die in der Umgebung sind, da. Mir war schon warm, während wir eine Stunde warteten, aber in den zwei Stunden, in denen ich getanzt habe, war es eindeutig noch wärmer. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung und ich bin echt froh, dass ich dabei und ein Teil der Menge war. Außerdem finde ich es gut, dass hier alle sehr stolz auf ihr Land sind. Mir kam es so vor, als wäre ganz Costa Rica da gewesen, da die Leute rechts und links von der Straße standen und das über gefühlte 4 km. Ichwar danach auch entsprechend müde und kaputt.


Ein normaler Schultag läuft bei mir so ab: Ich stelle mir um 6.25 Uhr den Wecker und um 6:30 Uhr  stehe ich auf. Dann frühstückeich und gehe anschließend duschen. Um 7.22 Uhr (ja, ich nehme es genau) bringt mich mein Papa dann mit dem Auto zur Schule und um 7:30 Uhr fängt der Unterricht an. Eine Stunde dauert 35 Minuten, daher sind es meistens Doppelstunden oder sogar drei Stunden. Nach den ersten drei Stunden haben wir eine Pause von 10 Minuten, in der ich dann ein bisschen was esse und mit meinen Freunden auf dem Gang sitze und rede. Dann folgen weitere drei Stunden, auf die eine Pause von 15 Minuten folgt. Nach den nächsten drei Stunden ist dann die große Mittagspause, in der wir in der “Mensa” was essen. Viele nehmen etwas zum Aufwärmen mit, da es Mikrowellen gibt. Nach 30 Minuten, um 13:40 Uhr starten wir dann in die letzten zwei Stunden. Um 14:50 Uhr endet die Schule dann und ich werde von meiner Mama abgeholt. Wir fahren dann noch Saúl und Luisa abholen, die mit dem Schulbus bis nach Santo Domingo fahren. Wenn wir zu Hause sind, essen wir etwas zum Mittag, obwohl ich jetzt schon eingeführt habe, dass wir nach der Schule nur Obst essen, weil wir abends alle zusammen nochmal warm essen.

 

Schüler Costa Rica


Eine Woche war in meiner Schule "Spiritweek", in der wir jeden Tag ein Motto hatten. In diesem Motto gekleidet gingen wir dann in die Schule. Es war sehr lustig. Die Mottos lauteten: Zwilling, Crazy, Pyjama, 60-er, 70-er, 80-er Jahre.

 

Dann war auch schon der zweite Ausflug mit CAS. Dieses Mal hieß das Ziel: Vulkan Arenal. Ganz schön beängstigend, wenn man sich überlegt, dass es einer der aktivsten Vulkane der Welt ist, oder? Wie würdet ihr euch dabei fühlen? Ich dachte lieber nicht so lange darüber nach. Die Fahrt war lang, ich glaube wir waren über 4 Stunden unterwegs. Wir hielten kurz und hatten einen wunderschönen Ausblick auf den Vulkan, der 1670 Meter hoch ist.

 

Vulkan Costa Rica

 

Dann fuhren wir nur noch ein paar Minuten, bis wir an unseren Häusern ankamen. Wir konnten nur schnell auspacken und sahen auf dem Weg zu unserem Haus einen sprechenden Papageien, der an der Rezeption saß. Ich war ganz aus dem Häuschen und machte ganz viele Fotos, weil er es mir angetan hatte. Dann gingen wir in den National Park. Wir liefen ungefähr eine Stunde, in der ich Pflanzen sah, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Wir genossen eine wundervolle Aussicht. In eine Richtung hatten wir einen klaren Blick auf den Arenal. Wir haben nebenbei erfahren, dass manche Leute eine Woche dort oben bleiben, nur um diesen Blick auf den Vulkan einmal zu haben, da er sehr selten ist. Wenn man sich um 180° drehte, sah man Berge, Bäume und einen See.

 

Ausflug Costa Rica


Es war einfach unbeschreiblich und ich konnte in dem Moment gar nicht glauben, dass ich wirklich da bin. Anschließend fuhren wir zu den Thermen “Termales los Laureles”. Es war schon dunkel und so hatte man nur den Blick auf den Mond, während man in den beleuchteten Becken lag, die aus sehr warmem natürlichem Wasser sind. Wir grillten dort noch alle zusammen und fuhren gegen 21 Uhr wieder zurück zu unseren Häusern und nicht nur ich bin direkt eingeschlafen.


Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 6.20 Uhr. Verschlafen saßen wir zehn Minuten später dann alle am Frühstückstisch. Um 7.30 Uhr fuhren wir dann mit dem Bus zum Canopy. Ihr fragt euch jetzt bestimmt ”Wohin? Was ist denn Canopy? ” Dann will ich euch mal ganz kurz aufklären. Canopy ist eine Art ”Tree to Tree”. Man hat eine Ausrüstung an und fliegt dann an Stahlseilen von Baum zu Baum über den Regenwald, über Wasserfälle und alles, was es dort sonst noch so gibt. Ich kann euch nur sagen, es machte einen riesigen Spaß und ich war traurig, als es nach 3 Stunden schon vorbei war. Nach dem letzten Seil kamen auf einmal Leute auf uns zu, die nur Röcke aus Stroh trugen. Sie baten uns in ihr Zelt und wir saßen mit “ihrem Getränk” um ein Lagerfeuer. Mir war vorher ehrlich gesagt schon warm genug. Wir bekamen alle einen roten Strich, aus der Flüssigkeit einer Frucht, auf die Wange und nach der Begrüßung “Capi Capi”, erzählten sie uns dann etwas über sich und ihre Gewohnheiten und Sitten. Nachher haben wir dann auch erfahren, dass das zu dieser Tour dazugehört.

 

Regenwald Costa Rica


Jetzt verstehe ich in der Familie schon viel mehr als am Anfang und auch in der Schule läuft es besser, weil ich jetzt mehrere Freunde habe. Ich erlebte bisher viele unbeschreibliche Momente und hatte nur ein einziges Mal ein wenig Heimweh. Ich bin so glücklich hier und jetzt fängt langsam der Alltag an. Hier ist es schwer Sportvereine zu finden. Ich habe mich mit meinen Schwestern in einem Fitnessstudio angemeldet, das sehr schön und abwechslungsreich ist. Außerdem fing ich mit Karate. Ich freue mich auf die kommende Zeit. Ihr werdet von mir hören und dann erfahren, was ich hier noch so machen werde. Ich bin auf die kommende Zeit wohl genauso gespannt.


Wenn ihr Fragen zu meinen Erlebnissen habt oder vielleicht Tipps haben wollt, weil ihr auch überlegt ins Ausland zu gehen, könnt ihr mich gerne bei Facebook anschreiben oder mir eine E-Mail schicken. Ich würde mich freuen, wenn ich von dem Einen oder Anderen etwas höre.  (Nina Schaffeld, nina.nice@web.de).
Bis dahin Pura Vida und hasta luego!

 

Eure Nina