Donnerstag, 30. Juni 2016
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Im Norden der Grünen Insel

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Theresa Josephine A. - Schottland

Stipendium gestiftet durch:
EF Education First

 

Schüleraustausch Costa Rica

Mein Name ist Theresa Albus und ich habe als 15 mich auf den Weg nach Schottland gemacht. Mit zwei Koffern, einer bis zum Rand vollgestopften Handtasche und einem Stück Papier mit allen Kontaktdaten von Gastfamilie und Verantwortlichen vor Ort.


Um ehrlich zu sein war der schlimmste Teil des ganzen Jahres: der Flug, aber auch nur weil ich unter panischer Flugangst leide, was von allen Mitfliegenden bestätigt werden kann. Selbst bei meinem Abschied war die Trauer über den Abschied von 10 Monaten von der Angst vor dem Flug überschattet. Wie auch immer, nach dieser langen und ermüdeten Reise waren wir alle sehr froh die große rote „Forth Rail Bridge“ vom Flugzeug aus zu sehen, welche Edinburgh und das ‚Kingdom of Fife‘ miteinander verbindet. Was bedeutet, dass jetzt das Abenteuer erst richtig angefangen hat! Als sich nach der Passkontrolle endlich die großen Flügeltüren zur Aufenthaltszone öffneten, bekam ich zum ersten Mal meine Gastmutter zu Gesicht. Sie ist unglaublich freundlich und hat mich gleich mit einer herzlichen Umarmung begrüßt, es fehlte also nur noch mein Norwegischer Gastbruder der mit einer Stunde Verspätung auf schottischem Boden landete.


Die ersten Stunden waren am schwierigsten, besonders wegen dem doch sehr starken schottischen Akzent meiner Gastmutter. Ich wusste von zwei früheren Telefonaten dass ihr Englisch anders klingt, aber ihr gegenüber zustehen und gleich auf Fragen zu reagieren war dann doch schon kompliziert, wenn alles so neu ist. Ich hatte aber definitiv mehr Glück als eines der anderen deutschen Mädels, die wie ich in Dunfermline und nicht Edinburgh leben wird. Ihre Gastmutter spricht gar nicht, während meine mir das Ohr abkaute saßen die beiden stumm neben einander, was wir zu der Zeit nicht wussten ist das sie fast taub ist.    Die erste Begegnung mit meinem norwegischen Bruder war leicht irritierend, da er direkt auf Deutsch angesprochen hatte und sich erkundigte wie es mir geht, ich wusste bis dahin nicht, dass er lernt deutsch in der Schule und hatte es hier auch weiter gewählt.


Nach so langem Warten, endlich unser neues zuhause, wir haben es uns erstmal auf dem Sofa in dem viel zu kalten Haus gemütlich gemacht, bis wir von wir von zwei neun jährigen Jungs unterbrochen wurden, die uns ganz schön komisch anschauten und fragten Wer oder Was wir denn bitte sein sollten. Scheinbar nur um uns zu ärgern, denn der  Enkel meiner Gastmutter und sein Kumpel wussten genau, dass wie die 5 Jahre zuvor wieder zwei Austauschschüler für 10 Monate einziehen. Sie haben uns dann doch erst mal Wasser gegeben um ihr Gastfreundlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Bis dahin nicht begrüßt hatte uns der Sohn unserer Gastmutter, der sich während unserer Ankunft Gitarre spielend in seinem Zimmer verkrochen hatte, er meinte er ist zu scheu neuen Leuten gegenüber. Er und so auch der zweite Enkel kamen zum Verspäteten Tiefkühlpizza essen vorbei. Alles in allem war es ein sehr turbulenter aber schöner Tag!


Kaum hatte man sich versehen, war auch schon die erste Woche um. Wie man so schön sagt vergeht die Zeit ja um einiges schneller, wenn man sich wohlfühlt und um ganz ehrlich zu sein ich habe mich nie besser gefühlt ich liebe es hier zu wohnen Land, Leute und ihr Humor sind einfach spitze! Außerdem hatte ich innerhalb der ersten drei Tage auch meinen 16. Geburtstag!! Meine Gastfamilie hat den Tag einfach perfekt gemacht, sie haben mir Karten, jeder eine feste Umarmung  und Geburtstagskuchen geschenkt, zusätzlich hat mein schottischer Gastbruder „Happy Birthday“ auf seiner Gitarre für mich gespielt – einfach rundum gelungen!  Gemeinsam mit den drei anderen Austauschschülern in Dunfermline haben wir uns noch einen schönen Abend gemacht, uns näher kennen gelernt und von Anfang an gut verstanden.


Zusammen mit diesen 4 Chaoten gehe ich jetzt schon seit einigen Monaten zur Schule. In dem hier so genannten „Senior Year“ (letztes Jahr an der fortführenden Schule) müssen Schüler zwischen 4 – 5 Fächer wählen, ich für meinen Teil habe 4 gewählt um eine sogenannte „Study Period“ zu bekommen, was so viel bedeutet wie in der Bibliothek sitzen und alleine arbeiten. Ansonsten habe ich mich eher auf Fächer konzentriert die ich zurück in Deutschland eh wieder belegen muss um sie nicht ganz zu vergessen wie zum Beispiel Mathe, Französisch, Chemie und um mein Englisch zu verbessern Drama. Unvergesslich für mich der erste Tag als wir in die Schule gegangen sind und der „Modern Language Head-Teacher “ mit mir und dem anderen Mädchen aus Deutschland angefangen hat deutsch zureden. Er war auch derjenige, der mich dazu überredet hatte in deutschklassen auszuhelfen, seitdem helfe ich zweimal pro Woche in zwei seiner deutschklassen aus, was echt Spaß macht da man merkt, dass ihnen das Lernen wesentlich mehr Spaß macht, wenn sie mit mir sprechen als ihrem Lehrer.
Von dem Land an sich habe ich schon einiges gesehen, auf mehreren Ausflügen mit Freunden habe ich unglaubliche Städte, Strände, Burgen und unzählige Möwen gesehen. Hier mal ein paar Beispiele:  

 

1. Edinburgh, nur 30 min mit dem Zug entfernt von Dunfermline verbringen ich mein Bruder gerne mal einen Samstag in der Stadt, oder einfach mit Freunden/ anderen Austauschschülern in einem Café treffen und Neuigkeiten über den Austausch besprechen. Ehrlich man bekommt die besten Sachen zu hören. Zum Beispiel wurden andere Deutsche in der Schule gefragt, ob sie überhaupt deutsch sprechen könnten, ob man alle Lieder in die Muttersprache übersetzt oder ob in Deutschland englisch gesprochen wird. Natürlich gibt es auch genug Sehenswürdigkeiten die man bestaunen kann wie Edinburgh Castle, das Nationalmuseum of scotland, Arthur Seat, Scotisch Monument, … und noch viele mehr die ich aber noch nicht alle gesehen habe.

 

Schüleraustausch Schottland

Der Blick auf Edinburgh Castle von Princes Street (eine der Zentralen Shopping Straßen)

 

Edinburg

Das Schottische Monument in Edinburgh

 

2. Stirling: Mit einer Gruppe von EF Austauschschülern haben wir einen Ausflug nach Stirling gemacht und uns das Wallace  Monument sowie Stirling Castle angeschaut. Einfach unglaublich, besonders aber die Aussicht auf die faszinierende wie gemalte Berglandschaft im Hintergrund.   Das gemeinsame shoppen danach war nur die Körnung von allem, an diesem Tag haben ich echt super gute neue Freunde gefunden!

 

Wallace Monument

Das Wallace Monument vor der (meiner Meinung nach) spektakulären Berglandschaft

 

Stirling Castle

Die Spitze der Stirling Castle mit Britischer Fahne (nie nicht weht –
untypisch windstiller Tag für Schottland)

 

3. Glasgow: Mit Zwillingen aus unserer Schule sind ich und eine Freundin nach Glasgow gefahren um uns die Stadt anzuschauen. Da die beiden dort geboren sind konnten sie uns so einige schöne Orte zeigen, die wir ohne sie bestimmt nicht gefunden hätten. Echt niedlich, dass sie das gemacht haben, weil sonst kann keiner aus der Schule diese Stadt leiden, warum auch immer – sie haben eine unglaublich schöne Innenstadt, eine auf zwergengröße zugeschnitte U-Bahn und einen zauberhaften Botanischen Garten.

 

Glasgow

Botanischer Garten in Glasgow

 

4. Fife: Gemeinsam mit der anderen deutschen Austauschschülerin habe ich eine komplette Tagesreise durch das Königreich Fife gemacht. Morgens fing alles an der Busstation in Dunfermline an, von dort aus ging es weiter nach Kirkcaldy, wo wir uns die Küste anschauen wollten außerdem ist meine Gastmutter hier aufs College gegangen. Aber außerdem mit Algen bedeckten Strand hatte die Stadt dann doch nichts mehr zu bieten, deshalb haben wir uns dazu entschieden unsere Reise nach St Andrews fortzusetzten. Dort auf der Uni lernten sich William und Kate kennen, außerdem ist es eine kleine liebenswerte Küstenstadt, die bis jetzt mein absoluter Lieblingsplatz außerhalb Dunfermline ist.

 

Kirkcaldy

Der Strand in Kirkcaldy bei ausdrücklich gutem Wetter!

 

St. Andrews

Die Küste St Andrews mit den Burgruinen im Hintergrund.

 

5. London: Bei einem Ausflug ins Adventure Camp, welches von EF organisiert und durchgeführt wurde, landete ich auf der Durchreise in London!! Morgens gegen 7 Uhr mit dem Nachtbus aus Dunfermline angekommen hatte ich noch genügend Zeit bis ich zur Weiterreise Nick, den Betreuer von EF treffen sollte, also habe ich meine Tasche weggeschlossen und mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß angeschaut. Echt eine große aber wunderschöne Stadt, schade, dass ich sie nur für so kurze Zeit genießen konnte.

 

London Big Ben

 

6. Shrewsbury: Wie vorher schon erwähnt das Adventure Camp in Shrewsbury, wo ich für drei Tage mit zwei Jungs aus Dänemark, einem anderen Mädchen aus Deutschland und natürlich Nick verbracht. Jeden Tag  zwischen 3-4 neuen Abenteuern und abends gemeinsam auf dem Zimmer hocken und einen guten Film bei Tee genießen. Eine unvergessliche Action einfach mal übers Wochenende … zugegeben war ich danach mehr als erschöpft und müde, aber dafür hat es sich gelohnt.

 

Shrewsbury

Die Abenteuergruppe vor ihrem Flug mit dem „Flying-Fox“

 

7. Dunfermline, die Stadt wo ich lebe. Alle die hier wohnen bezeichnen diese Stadt als langweilig, öde und uninteressant … ok es gibt eine 100m lange Highstreet mit Shopping-Mall und das ist die komplette Innenstadt, nicht zu vergessen den übergroßen Park mit hunderten von Eichhörnchen. Um ehrlich zu sein ist das genug um glücklich zu werden, das ganze Gerede von wegen es ist öde besteht doch nur weil Edinburgh nur um die Ecke liegt.

 

Dunfermline

Dunfermline Highstreet bei Nacht

 

8. Townhill: Zu guter Letzt etwas präziser, und zwar lebe ich in einem kleinen Dorf namens Townhill, das sich zur Stadt Dunfermline zählt, mit eigener Kirche, See auf dem man Wasserski fahren kann und einem Park mit Fußballplätzen, Spielplätzen, und vielem mehr.

 

Dunfermline

Ein Wasserskifahrer im Sonnenuntergang

 

Das  war es dann auch erst mal … nächstes Mal etwas mehr über die Schule und Leute, die hier wohnen (Gastfamilie/ Freunde).