Dienstag, 26. Juli 2016
Herzlich Willkommen bei Weltbürger-Stipendien!

Du befindest dich hier: weltbuerger-stipendien.de » WELTBÜRGER-Stipendiaten » Janine de L. (Neuseeland)

Mein Abenteuer Neuseeland -
erster Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Janine de L. - Neuseeland

Stipendium gestiftet durch:
Study Nelson

Schüleraustausch Study Nelson


Nächste Woche geht es los!


Hallo, ich bin Janine und komme aus Deutschland. Ich werde nächste Woche mit 20 anderen Jugendlichen nach Neuseeland fliegen, wo ich in Nelson bei einer Gastfamilie wohnen und 6 Monate zur Schule gehen werde. Ich habe mich für das Nayland College entschieden.

Dank Study Nelson und der Kultur- und Sozialstiftung Annerose und Otmar M. Weigele kann ich meinen Traum verwirklichen und für 2 Terms in Neuseeland bleiben. Tausend Dank nochmals für das Stipendium!

Eine Voraussetzung für das Stipendium war, dass ich an einem sozialen Projekt in Neuseeland mitarbeite. Study Nelson hat für mich eine Aufgabe in einer Grundschule in Nelson gefunden. Dort werde ich an einem Nachmittag in der Woche Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder v.a. aus Bhutan und Burma geben. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich darauf, diesen Kindern zu helfen.

 

Obwohl es nur noch wenige Tage bis zu meiner Abreise sind, ist es mir noch gar nicht richtig bewusst, dass ich meine Freunde und Familie so lange nicht sehen werde. Ich kann es mir noch gar nicht vorstellen wie es ist, alleine in Neuseeland zu sein. Andererseits freue ich mich auch darauf, selbständiger zu werden und neue Freunde zu finden. Außerdem bin ich schon sehr gespannt auf meine Gasteltern mit ihren zwei Töchtern und ihren Haustieren.

 

Ich melde mich wieder, wenn ich in Nelson angekommen bin und mich schon ein bisschen eingelebt habe. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten :D

 

Die ersten Wochen in Neuseeland

 

Schüleraustausch Neuseeland

 

Ich bin hier jetzt seit vier Wochen und mir kommt es so vor als ob ich schon ein paar Monate hier wäre! Schon in den ersten paar Tagen hab ich mich  in meiner Gastfamilie wie zuhause gefühlt!! Ich muss zugeben, dass ich davor ziemlich Angst hatte, in eine Familie zu geraten, die einfach nicht zu mir passt, aber die Zweifel sind  schon nach den ersten paar Minuten verschwunden und ich hab mich richtig gut mit allen verstanden! Besser gesagt habe ich sie gut verstanden, das mit dem Auf- englisch- antworten muss ich noch üben :D Spätestens als ich am ersten Tag Bodylotion mit Duschgel verwechselt habe, ist mir aufgefallen dass ich DEFINITIV noch ein paar überlebenswichtige Vokabeln lernen sollte. Aber ehrlich, hättet Ihr „Showerlotion“ nicht auch für Bodylotion gehalten? Mittlerweile klappt es schon besser! Man gewöhnt sich eigentlich ziemlich schnell an das Englisch-reden.


Das Wetter hier könnte nicht besser sein - wir haben fast immer Sonne! Wenn ich mir das Wetter in Deutschland jetzt vorstelle, dann sag ich nur „perfektes Timing“ um nach Neuseeland zu gehen!!! Nelson gefällt mir richtig gut. Ich treff mich oft mit meinen Freunden um shoppen zu gehen oder wir baden in dem Fluss Maitai River. Das ist dann auch immer eine ganz gute Gelegenheit im Study Nelson Büro mitten in der Stadt vorbeizuschauen, wenn man noch Fragen hat.


Ich war jetzt schon drei Wochen in der Schule und die Aufregung, die ich am Anfang hatte, hat sich  gelegt. Das Schulgelände ist für meine Verhältnisse RIESIG, aber ich bin nicht die einzige, die mit einem Schulplan  rumgelaufen ist und nach dem richtigen Klassenzimmer gesucht hat. Die Lehrer haben noch vollstes Verständnis dafür, dass man dann zu spät kommt.


Die Fächer, die ich nehmen wollte, hab ich gekriegt und bin richtig froh darüber! Außerdem sind die Lehrer wirklich nett und viel gechillter als ich es von Deutschland gewöhnt bin. Das einzige Negative an meiner Schule ist die Kleiderordnung. Weil ich in die Klasse 12 eingestuft wurde (und man im Nayland College nur bis zu der 10. Klasse eine Uniform tragen muss), darf ich eigentlich anziehen was ich will. Doch ich muss darauf achten, dass die Träger von meinen Tops mindestens 3cm breit sind, die Kleider, Röcke und Hosen mindestens so lang sind wie die herunterhängenden Hände, dass ich ja kein Loch oder so etwas in meiner Hose habe oder Nagellack an meinen Fingernägeln. Am Anfang war ich richtig froh darüber, keine Uniform tragen zu müssen, aber jetzt finde ich es eigentlich schade, da Uniformen ganz praktisch sind, und auch gar nicht so schlecht aussehen.

 

Neuseeland Tierwelt Neuseeland Ausflug

 

Weil meine Mutter als Flugbegleitung von Study Nelson zwei Wochen mit nach Neuseeland gereist ist, konnte ich mit ihr noch eine kleine Rundreise machen. Wir waren in Kaikoura und sind dort zum Delfinschwimmen gegangen (jeder, der die Möglichkeit dazu hat, muss es auf jeden Fall ausprobieren - das ist eine Erfahrung die man nicht mehr so schnell  vergisst!) und haben die Hauptstadt von Neuseeland, das windige Wellington besucht! Die Stadt macht übrigens ihrem Namen alle Ehre :) Trotzdem hat es mit dort super gefallen und ich könnte mir auch gut vorstellen, dort an eines der Colleges zu gehen. Wir waren im Te Papa Museum, sind mit der Wellington Cable Car gefahren und haben uns den „Hobbit“ im Weltpremierekino „Embassy“ angeschaut. Außerdem kann man in Wellington sehr gut shoppen.

 

Letzte Woche war an unserer Schule der so genannte "Haustag". In der Schule gibt es vier Häuser: Aquilla, Phönix, Pegasus  und Draco. Jeder der Schüler gehört zu einem dieser Häuser - das könnt ihr euch vorstellen wie bei Harry Potter!


Jedenfalls mussten die Schüler an diesem Tag mit Kostüm oder einfach Klamotten in den Farben des Tieres in die Schule kommen und Punkte für ihr Haus sammeln. Wir haben eine Fahne für unser Haus gestaltet, einen Tanz mit Chant vorgeführt und haben bei den Poolspielen auch fleißig Punkte gesammelt! Alles in allem hat es richtig Spaß gemacht und man hat auch gute Gelegenheiten gehabt, neue Freunde zu finden... aber das Beste an diesem Tag war natürlich, dass unser Haus, Phönix, gewonnen hat!

 

Schule Neuseeland


Diese Woche beginnt mein soziales Projekt an der Victory Primary School; davon berichte ich euch dann auch.

 

Abel Tasman Nationalpark

Ich war vor ein paar Wochen im Abel Tasman National Park mit meiner Outdoor Education Gruppe von der Schule. Das ist DER National Park hier :) Genauso hab ich mir Neuseeland vorgestellt!

 

Nationalpark Neuseeland

 

Wir sind die Hälfte der Strecke zu unserem Campingplatz gewandert und die andere Hälfte (also jeweils ca. 2 bis 2 ½ Stunden) gekajakt :D. Das darf man nicht unterschätzen - es ist extrem anstrengend zwei Stunden lang auf dem Meer zu kajaken, aber es hat trotzdem riesig Spaß gemacht und die Landschaft war fantastisch! Wir haben auch kleine Robben und Pinguine gesehen!

 

Neuseeland Sonnenuntergang

Nachdem wir dann an unserem Campingplatz angekommen waren und unsere Zelte aufgebaut hatten, sind wir direkt zum Strand und ins Meer gegangen. Das Abendessen an diesem Tag ist leider etwas mickrig ausgefallen, weil jeder seinen eigenen Proviant mitbringen musste und unsere Dosenravioli verbrannt sind. Am nächsten Tag ist unsere Gruppe schon früh aufgestanden um den Sonnenaufgang zu sehen.

 

Mittags sind wir dann zu "Cleopatra's Pool" gewandert, das war ein richtig schöner, kleiner See mit Wasserfall und einer Naturrutsche. Das Wasser war zwar eiskalt, aber es hat trotzdem richtig Spaß gemacht.


Abends nach dem Essen haben wir dann noch Marshmallows gegrillt, dabei haben wir uns richtig gut kennengelernt. Irgendjemand ist dann auf die geniale Idee gekommen ein Marshmallow-Wettessen zu machen! Alison hat gewonnen, sie hat es geschafft 15 Marshmallows in ihren Mund zu quetschen. Mir ist nach 7 Stück schon schlecht geworden.


Strand Neuseeland


Am Abend sind wir dann Nachtkajaken gegangen und haben in einer Höhle Glühwürmchen gesehen! Das war soooo schön! Danach haben wir am Strand übernachtet - der Sternenhimmel war „amazing“!! :D Was wir allerdings nicht bedacht hatten, war, dass ja die Flut irgendwann kommt und wirklich nur wenige Zentimeter von uns entfernt Halt machte :D. Außerdem hatte ich am nächsten Tag 15 Mückenstiche allein an einem Bein.

 

Alles in allem war es ein toller Ausflug und die paar Tage ohne Elektronik (Handy und Co.) haben mal richtig Spaß gemacht! Trotzdem bin ich jetzt wieder froh, eine Dusche, mein Handy, Spülmittel und nicht-verbranntes Essen zu haben!

 

Wanderung Neuseeland


Es hat nach zwei Monaten endlich das erste Mal geregnet! Es ist zwar schön immer schönes Wetter zu haben und sich mit Freunden am Strand treffen zu können, aber es war für die Natur und die Landwirtschaft dringend nötig, dass es endlich auch mal geregnet hat. Wir hatten vor Kurzem sogar schon ein kleines Erdbeben! Es war aber nur kurz und leicht, aber jetzt habe ich auch mal sowas miterlebt!

Im März hatte ich Geburtstag. Es war schon etwas merkwürdig hier in Neuseeland meinen 16. Geburtstag zu feiern! Meine Gastfamilie hat ihr Bestes gegeben, aber es war trotzdem ganz anders, als es in Deutschland gewesen wäre. Trotzdem war es ein super Tag und wer kann schon sagen, seinen 16er am Strand von Neuseeland gefeiert zu haben?!

 

Projekt Neuseeland

 

Ich wollte euch ja auch noch von meinem sozialen Projekt erzählen: Ich war nun schon 5 oder 6 mal in der Victory Primary School um den Kindern bei ihren Hausaufgaben zu helfen. Es handelt sich überwiegend um Flüchtlingskinder aus Burma und Bhutan. Auch wenn es für mich manchmal ziemlich schwierig ist, ihnen Mathe oder die englische Grammatik zu erklären, macht es trotzdem relativ viel Spaß und ich lern dabei auch immer selber etwas! Es sind schon 2 Monate vorbei und man merkt erst jetzt, dass die Zeit so schnell vergeht! Ich bin so froh, dass ich mich für 6 Monate entschieden habe, denn eine Freundin von mir muss bald schon wieder nach Hause gehen, obwohl wir erst jetzt das Gefühl haben, richtig angekommen zu sein! Aber trotzdem fühlt sich das hier so unwirklich an! Ich kann es immer noch nicht fassen in NEUSEELAND zu sein! 18364 Kilometer von Deutschland entfernt!

 

Neuseeland Freunde

 

 

Northland Easter Escape Tour
Letzte Woche habe ich die 4-tägige Nordinseltour mit Study Nelson gemacht. Es hat super Spaß gemacht und es war ziemlich cool die ganzen Leute, mit denen ich zusammen nach Neuseeland geflogen bin, wiederzusehen. Nachdem wir in Auckland angekommen sind, sind wir erst Richtung Norden mit dem Bus gefahren, nach Paihia.

 

Auckland Neuseeland


Dort haben wir die ersten 2 Tage in einer Jugendherberge verbracht. Am nächsten Tag sind ein paar von uns Delfinschwimmen gegangen und die anderen konnten am Strand oder in der Stadt das schöne Wetter ausnutzen. Nachmittags sind wir dann nach Waitangi gegangen, das ist der Platz, an dem die Maoris und die Pakehas den "Treaty of Waitangi" geschlossen haben.


Wisst ihr was das ist? Wenn nicht, hier meine kurze Zusammenfassung: Also wie ihr alle wisst, waren bzw. sind die Maoris die Ureinwohner von Neuseeland, da Neuseeland zum ersten Mal gegen Ende des 13. Jahrhunderts von den Polynesiern - den Vorfahren der Maoris - entdeckt wurde. Zuerst lebten die Maori friedlich ihre Kultur in den verschieden Stämmen, bis die Europäer das Land für sich beanspruchten und es zu blutigen Auseinandersetzungen kam. 1840 wurde dann durch James Busby - dessen Haus wir dort auch besichtigt haben - ein Vertrag mit den ca. 500 Stämmen und den Europäern abgeschlossen: Der „Treaty of Waitangi".

 

Landschaft Neuseeland


Nachdem uns erst mal ein paar maorische Gesänge und Tänze und ein Haka vorgeführt wurden - was wirklich ziemlich interessant und beeindruckend war - haben wir noch eine einstündige Führung gekriegt. Danach sind wir dann alle zusammen zum Pizzaessen gegangen.

 

Surfen Neuseeland Surfunterricht Neuseeland


Am nächsten Tag habe ich einen Ausflug an die Nordspitze von Neuseeland gemacht. Es ist so unglaublich, dass Neuseeland so viele verschieden Seiten hat! Im Abel Tasman National Park war es ein riesen Wald (wie ein Regenwald!), als ich ein bisschen auf der Südinsel rumgefahren bin, war die Landschaft zum Teil Dürre, in Christchurch gibt es Berge, wo man im Winter auch Skifahren kann, dann mal Wiesen, Felder und Flüsse, natürlich Meer und Strand und dann das, was mich am meisten gewundert hat, richtige Dünen im Northland, also wie in der Wüste!! Da waren wir dann Sandboarden! Zuerst mussten wir die Dünen hochlaufen - das war extrem anstrengend kann ich euch sagen - und dann mussten wir uns überwinden, das alles wieder runterzurutschen!!! Man konnte auch nicht richtig bremsen oder lenken, also ist man da einfach so runtergerutscht, in der Hoffnung, irgendwann mal anzuhalten. Einmal bin ich sogar im Fluss gelandet! - Keine Sorge es war bei dem "Fluss" komischerweise Ebbe (was rein physikalisch gar nicht geht - aber nun gut!) also bin ich nur im Matsch gelandet.


Abends sind wir dann noch an den Strand und es war soooo toll und eigentlich ziemlich warm. Am nächsten Tag hieß es dann schon ab nach Auckland. Zwischendurch haben wir an der Sandy Bay, einem Beach halt gemacht, um unsere Surfkünste zu testen! Nachdem wir uns in die Neoprenanzüge gequetscht haben und uns der Surflehrer etwa 10 Minuten lang erklärt hat, was man ungefähr machen sollte, hat man uns dann einfach so in das Meer geschickt, um selber das Gefühl dafür zu bekommen.


Was auch immer, zuerst haben wir alle ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt und waren recht wackelig auf den Beinen, aber nach unzähligen Versuchen hab ich es dann geschafft auf meinem Surfbrett stehen zu bleiben! Es war eine super Erfahrung und ich hoffe, ich kann das mal wieder machen, weil man - einmal angefangen - fast nicht mehr aufhören kann, vor Ehrgeiz und Spaß!

 

Ausflug Neuseeland


Nachdem wir dann alle geduscht und ausgeruht waren, sind wir auf den Skytower gegangen und haben Auckland von oben bewundert! Danach sind wir zusammen in ein thailändisches Restaurant essen gegangen. Am nächsten Tag konnten wir Auckland auf eigene Faust kennenlernen, das hieß für meine Freundin und mich erst mal Shoppen gehen! Zwei von uns haben Bungee Jumping von dem Skytower gemacht und ich habe gehört, dass das ziemlich cool gewesen sein muss! Also für alle, die sich sowas trauen: Das Geld ist es wirklich wert und wie oft kann man schon Bungee Jumping - vor allem in Neuseeland - machen?!


Generell hat mir die Reise super gut gefallen und ich möchte mich auch noch - ich glaube im Namen von allen, die dabei waren, ganz herzlich bei Christine und David für die schönen paar Tage und die gute Organisation bedanken!

 

Sailing mit Study Nelson

Letztes Wochenende haben wir mit Study Nelson ein Sailingtrip gemacht, weil das eigentlich für die Einführungstage geplant war, aber weil unser Flieger ja ein paar Tage zu spät ging, auf letztes Wochenende verschoben wurde. Wir hatten richtig Glück, da das Wetter fantastisch war. Es war toll, die ganzen Leute wiederzusehen und man hatte endlich mal die Gelegenheit miteinander zu reden.

 

Ausflug Study Nelson Neuseeland Strand



Wir mussten eigentlich nicht viel machen, da ein erfahrener Segler dabei war - was ganz gut war, weil ich mir sicher bin, dass wir das Boot irgendwie zum Kentern gebracht hätten. Wir sind dann in Rettungsboote gestiegen um einen Leuchtturm, der das älteste Gebäude von ganz Nelson ist, besichtigen zu können.

 

Am Schluss konnte man noch Fish 'n Chips essen und wurde dann abends von seiner Gastfamilie am Bootshaus abgeholt.

 

Segeln Neuseeland

 

Der ganze Trip hat allen richtig gut gefallen und wir hatten sehr viel Spaß!

Das Segeln war auch die Verabschiedung von Oscar, der jetzt wieder zurück in Deutschland ist. Am Freitag sind ein paar Schüler noch zum Flughafen gegangen, um sich von ihm zu verabschieden.