Samstag, 25. Juni 2016
Herzlich Willkommen bei Weltbürger-Stipendien!

Du befindest dich hier: weltbuerger-stipendien.de » WELTBÜRGER-Stipendiaten » Lilli P. (Neuseeland)

Zweiter Erfahrungsbericht
Schüleraustausch Neuseeland

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Lilli P. - Neuseeland

Stipendium gestiftet durch:
Study Nelson

 

Schüleraustausch Neuseeland


 

Abel Tasman Camp und Auckland
So, jetzt hat bereits die letzte Schulwoche begonnen, denn danach heißt es für die Kiwis: Examen schreiben und für die Internationalen Schüler: Spaß haben, Trips machen und auf die „Leaversparty“ vorbereiten, die nächste Woche für alle Schüler, die nach diesem Term nach Hause fliegen, stattfindet. Dazu gehöre ich dann leider auch schon! Ich kann und will es auch gar nicht fassen, dass diese unglaubliche Zeit nun schon dem Ende zugeht. Naja, aber jetzt möchte ich gar nicht darüber nachdenken, sondern über meine letzten Wochen berichten.


In der letzten “richtigen“ Schulwoche waren wir mit dem Outdoor Educationkurs für 3 Tage im Abel Tasman Nationalpark zum Kajaken und Trampen. Die Landschaft dort ist atemberaubend schön, aber davon habe ich ja schon vorher mal berichtet. Am ersten Tag sind wir mit 2 Bullis bis nach „Marahau“ gefahren und von dort aus dann weiter nach „Apple Tree Bay“ gekajakt. Nach einer kurzen Lunch-Pause wurden die Gruppen gewechselt und die Gruppe, die vorher getrampt ist, durfte kajaken und umgekehrt. Wir sind dann den Rest bis nach „Anchorage“ getrampt, wo wir die nächsten 2 Nächte verbracht haben. Das war nicht mal anstrengend im Gegensatz zum letzten Camp, bei dem wir 3 Stunden einen Berg hochgekraxelt sind. Ich war leider in der falschen Gruppe, denn die andere Kajakgruppe hat Orkawale und Pinguine gesehen. Sonst haben wir an dem Tag noch vorm Lagerfeuer relaxt und am Strand Fotos gemacht J Leider war nicht ganz so tolles Wetter.

 

Schüleraustausch Study Nelson


Am nächsten Morgen sind dann manche ganz hochmotiviert um 5 Uhr morgens aufgestanden um zu kajaken. Da gehörte ich dann aber nicht zu. Wir sind dennoch später zum „Kleopatra Pool“ gekajakt, wo wir in einem Fluss, auf Felsen, an einem kleinen Wasserfall geluncht haben. Das Wasser war super kalt und klar, aber dennoch hat es uns nicht davon abgehalten hinein zu springen. In dem Wasserfall befand sich sogar so eine Art Rutsche. Da die Steine sehr glatt waren, konnte man darüber rutschen. Das war echt witzig! Als wir am Abend alle müde wieder im Camp ankamen, haben wir uns nach einem leckeren selbstgemachten Abendessen in unsere Zelte zurückgezogen. Nachher hatte man dann noch die Möglichkeit in der Nacht eine Höhle zu besichtigen.


Kajak Neuseeland

 

Am 3. und somit auch letzten Tag, sind wir mit demselben Prinzip, mit dem wir hergekommen waren wieder zurückgekehrt. So 3 Tage können doch echt schnell vorübergehen!


Die Woche danach bin ich dann mit meiner Gastfamilie für 4 Tage nach Auckland geflogen. Das ist die größte Stadt Neuseelands und liegt im Norden der Nordinsel. Dort haben wir den Vater meiner Gastmutter besucht. Er lebt nicht direkt in Auckland sondern in einem Dorf 1 Stunde von Auckland entfernt. Aber doch richtig schön, denn dies war direkt am Meer und wir waren oft mit dem Boot fischen oder schwimmen. Der Sommer hat jetzt schon so richtig begonnen und das Meer ist auch gar nicht mehr so kalt. Den Fisch und die Muscheln, die wir am Tag gefangen haben, gab es dann abends zum Abendessen :D Das war sogar erstaunlicherweise ganz lecker, obwohl ich eigentlich nicht gerne Fisch esse. An anderen Tagen sind wir in die Stadt oder in eine Mall gefahren und waren ein bisschen shoppen. Die Stadt hier ist echt unglaublich groß, im Gegensatz zu Nelson! Bei einem Besuch des Skytowers konnte man ganz Auckland von oben anschauen. Das war echt hammer schön. Auch diese Woche ging wieder so schnell um!

 

High School Neuseeland

 

Wie auch hier die Zeit in Neuseeland so schnell vorbei geht. Wahrscheinlich weil man so viele neue Sachen erlebt und erfährt, und dann gar nicht mitbekommt wie die Zeit rennt. Ich habe jetzt nur noch knapp 3 Wochen, in denen ich noch einen Ausflug mit der Schule zum French Pass mache, mit meiner Freundin und ihrer Gastfamilie nach Golden Bay fahre und einfach noch schöne Tage mit meinen Freunden am Strand oder mit meiner Gastfamilie verbringen möchte. Allerdings sind die meisten meiner Freunde Internationale Schüler. Am Nayland College ist es relativ schwer Kiwi-Freundschaften zu knüpfen, da es hier sehr viele Internationale Schüler und darunter auch leider viele Deutsche, gibt. Man hat auch mehrere Fächer nur mit Internationalen Schülern zusammen, was nicht schlecht ist, aber es auch nicht leichter macht Kontakt zu den „Kiwis“ zu bekommen. Man muss dafür schon Sport oder ähnliches anfangen. Aber auch da muss man aufpassen, dass man nicht in die Internationalen Teams rutscht.


Am Sonntag haben wir uns beim „Get Together“ mit Study Nelson zum gemeinsamen Segeln getroffen. Dazu sind wir mit einen großen Boot rausgefahren und haben einfach in der schön warmen Sonne auf dem Boot entspannt J Wir haben auch an der Boulder Bank einen Stopp gemacht, um von einem Leuchtturm aus die großartige Aussicht über Nelson betrachten zu können. Anschließend haben wir noch mit unseren Gastfamilien in einem Cafe Muffins gegessen und uns nett unterhalten. Dabei wurden auch wir Schüler, die nach diesem Term nach Hause fliegen, lieb verabschiedet.

 

Bye, bye Neuseeland
Ich kann es einfach nicht glauben, dass diese unglaubliche Zeit schon dem Ende entgegen geht! Ich kann es mir einfach überhaupt nicht vorstellen bald schon im Flugzeug zurück nach Deutschland zu sitzen und diese 5 Monate nur noch mit Erinnerungen und Fotos festzuhalten. Um den Abschied etwas zu verdrängen habe ich die letzten Wochen noch, so gut es ging, genossen und jeden Tag das schöne Wetter ausgenutzt. Ich freue mich allerdings auch sehr meine Familie und Freunde wiederzusehen und mit ihnen Weihnachten zu feiern und die Winterferien zu genießen. Ja Winter... das ist dann auch schon der nächste Punkt: ich glaube nämlich, dass es sehr schwer wird hier aus dem Hochsommer zurück nach Deutschland in den tiefsten Winter mit Schnee und Frost zurück zu kehren! Ich werde es so vermissen einfach mal schnell nach der Schule zum Strand zu fahren und ins Meer zu hüpfen, oder einfach den Bus in die Stadt zum besten „Frozen Yoghurt Shop“ zu nehmen. Ich werde einfach jeden und alles hier sehr vermissen. Zum Glück aber realisiere ich es zur Zeit überhaupt noch nicht und fühle mich auch überhaupt nicht so, dass ich schon diese Woche zurück nach Hause fliege, denn ich denke wenn es anders wäre, könnte ich meine letzte Zeit hier nicht so sehr genießen J Außerdem wird es sicherlich sehr schwer, das Land und die Leute, mit denen man fast ein halbes Jahr zusammen gelebt hat, einfach zu verlassen und erst einmal nicht wieder zu sehen. Natürlich habe ich vor, eines Tages wieder zurückzukommen und meiner Familie zu zeigen, wie ich hier gelebt habe und vor allem möchte ich meine Kiwis hier wieder besuchen.


Bis demnächst, ihr werdet dann das nächste Mal wieder in Deutschland von mir hören!

 

Home sweet home
Nach einem sehr sehr traurigen Abschied von meiner Gastfamilie und meinen Freunden in Nelson am Flughafen, machte ich mich auf die lange Reise zurück in das kalte Deutschland. Ich flog zusammen mit 3 anderen Schülern von Study Nelson zurück. Es lief alles nach Plan und auch die 6 Stunden in Singapur gingen schnell vorüber. Während des  letzten Fluges waren wir alle super aufgeregt und freuten uns riesig auf unsere Familien und Freunde. Und wir vergaßen für die Zeit, dass Neuseeland einfach schon hinter uns lag und nun vorbei ist, was wirklich hammer schwer zu glauben ist.


Wir haben uns im Flugzeug so viele Gedanken gemacht: wie es wohl sein wird die Familie endlich wiederzusehen, einfach in den normalen langweiligen Schulalltag wieder einzusteigen oder wieder deutsch zu sprechen. Ich finde es sehr schade, dass jetzt kein Englisch mehr gesprochen wird, da ich Angst habe es wieder zu verlernen.


Als wir aber auch den letzten 12 Stunden-Flug von Singapur nach Frankfurt überstanden haben, hat mich meine Familie ganz lieb empfangen und ich war super glücklich. Es war so schön seine Familie endlich wieder nach einem halben Jahr in die Arme schließen zu können.

 

Schüleraustausch Neuseeland

 

Auch zuhause warteten meine Oma und noch weitere Freunde auf mich. Meine Schulfreunde habe ich in der Schule überrascht. Die waren auch total glücklich mich wiederzuhaben.

 

In den ersten Tagen empfand ich alles noch als total komisch aber auch irgendwie richtig normal, weil sich rein gar nichts geändert hat und alle und alles ist wie vorher. Es war auch super schön Weihnachten mit der ganzen Familie zu feiern.


Mittlerweile bin ich schon 6 Wochen wieder im Lande und alles ist wieder total normal als ob nichts gewesen sei, da man durch nichts hier an Neuseeland erinnert wird. Ich finde es total traurig, dass ich nicht so wirklich mit jemandem darüber reden kann, da mich keiner so wirklich versteht. Aber in den Weihnachtsferien habe ich mich mit einer Freundin, die ich in Neuseeland kennengelernt habe, getroffen. Es war total schön sich gemeinsam auszusprechen und zu wissen, dass es ihr genauso geht wie mir.


Die Schule ist auch wieder angefangen und man merkt schon, dass man einiges nachzuholen hat, vor allem in Mathe. Ich habe allerdings den Vorteil, dass ich für dieses Halbjahr kein Zeugnis bekomme und wir zurzeit ein Praktikum machen und so 2 Wochen nicht zur Schule müssen.