Montag, 5. Dezember 2016
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Eine Zeit im Ausland ist ein wahres Abenteuer -
Schüleraustausch Australien

Erster Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Luna S. - Australien
Stipendium gestiftet durch:
GLS

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

Es ist eines der ersten Male, dass ich außerhalb von meinem Heimatland bin und das erste Mal, dass es so weit weg ist: AUSTRALIEN. Für mich war Australien immer ein Traum, so wie manche andere sich wünschen, einmal im Leben ins Weltall zu fliegen. Es wirkte unrealistisch und ganz weit weg. Zugegeben, rund 15.000km sind nicht gerade nah dran, aber doch näher als gedacht.

 

Und eines Tages war der Traum so nah, wie niemals zuvor. Es hieß Abschied nehmen und das ging erstaunlicherweise leichter, als gedacht. Ich vermute, dass der Abschied aus dem “zweiten Heimatland” deutlich tränenreicher sein wird, aber glücklicherweise habe ich noch fast alles vor mir.

 

Ich war sehr gespannt auf den Flug und meine Eltern hatten mich ziemlich nervös gemacht, wegen des ganzen Zolls und den Sicherheitskontrollen, denn ich hatte ein paar wichtige Medikamente eingepackt, die ich brauche und einige andere Sachen, wie Süßigkeiten. Aber hey! Das ist echt kein Problem und man sollte sich lieber Gedanken darüber machen, ob man Taschentücher eingepackt hat und heute schon gelächelt hat! Generell, falls du auch mal weit weg fliegen willst, Angst brauchst du echt nicht als Begleiter mit auf Reisen nehmen, die steht nur im Weg und behindert dich, Spaß zu haben und alles zu genießen. Und auch als Gepäckstück macht’s sich nicht so gut, es versperrt nur Platz!

 

Der Flug verlief prima! Ich habe den tollen Service, das gigantische Filmangebot und natürlich die tolle Aussicht genossen und hatte später auch so gut wie kein Jetlag (Kleiner Tipp zum Ausprobieren: So wenig, wie möglich, schlafen. Das habe ich jedenfalls so gemacht und es hat scheinbar funktioniert.) und auch das Essen möchte ich mit einem Lob hier erwähnen.

 

Mein Ziel war allerdings nicht gleich mein damals zukünftiger Wohnort, sondern Sydney, denn GLS ist echt eine super coole Organisation, die ihren Teilnehmern ermöglicht, zusammen noch ein paar Tage einen gewissen Ort zu erkunden, der auf dem Weg zu den verschiedenen Gastfamilien liegt. Gemeinsam mit anderen zukünftigen Australiern und Neuseeländern hing ich also in Sydney ab und machte ein kleines, typisches Touri-Programm. Unter anderem war eine Bootstour mit drin. Vom Wasser aus sahen wir den “Luna-Park” (Ich finde das ist nicht nur ein super kreativer, sondern auch ein außerordentlich besonderer Name. *lach*), das “Opera House” und die “Harbor Bridge” und natürlich ließen wir uns auch nicht die Chance entgehen, die zuletzt genannten Sehenswürdigkeiten näher zu betrachten. Ein weiteres Highlight war das Herabblicken vom “Sydney Tower Eye”.

 

Sydney Opera House

 

Nach drei Tagen hieß es dann aber wieder, von den Meisten Abschied zu nehmen und seinen eigenen Weg zu gehen. Die „Gruppen“ Neuseeland und Australien trennten sich und flogen jeweils mit einem Begleiter zum nächsten Treffpunkt. ADELAIDE AIRPORT war meiner. Ich habe schon oft gelesen und gehört, dass alle sich große Gedanken vor dem ersten Treffen gemacht haben und furchtbar nervös waren. „Wie wird meine Gastfamilie sein?“;  „Werden sie mich mögen?“; „Werde ich sie mögen?“; „Ist die Schule schwer?“; „Wie sieht die Schuluniform aus?“; „Wie schmeckt das Essen?“; „Darf ich mich wirklich nicht schminken?“; „Wird der Sommer sehr heiß?“; „Wie schlimm wird mein Heimweh?“ und so weiter und so fort. Es ist wirklich lustig, das selbst mit ansehen zu dürfen. Ich persönlich hatte eigentlich nur eine kleine Sorge, die mich aber mehr zum Schmunzeln, als zum Nachdenken brachte: "Wie wird die Kommunikation ablaufen?“ Natürlich kann ich nicht leugnen, dass ich die oben genannten Gedanken nicht auch hatte, aber es war mehr ein erfreutes, gespanntes Fragen, als ein panisches, nervöses.

 

Die Zeit war gekommen und ich begegnete zum ersten Mal meiner Gastfamilie. Mandy, Richard, Katie und Caleb. Alle vier standen da und lächelten mich an. Katie und Caleb hielten die Schilder hoch und waren genauso aufgeregt, wie ich. Ich bin die zweite Gastschülerin in ihrer Familie und es ist somit nicht mehr neu für sie, aber dennoch spannend, was, wie ich finde, perfekt ist.

 

Empfang Flughafen Gastfamilie Australien

 

Wir fischten meinen Koffer zwischen den vielen anderen von dem Laufband und ich huschte noch schnell auf die Toilette und schon ging es los! Richard war so nett und schob meinen Koffer und Katie war so aufgedreht, dass sie meine Hand nahm und zusammen mit mir durch die Gegend rannte. Wenn das nicht mal ein grandioser Empfang ist?!

 

Bevor wir uns nach Hause begaben, fuhren wir erst zu Richards Eltern nach Hause, denn seine Mama hatte Geburtstag und ich lernte so gleich die gesamte Familie kennen. Es war ziemlich wuselig, wie ich zu sagen pflege, und alle waren sehr freundlich und erfreut, mich kennenzulernen. Sich die Namen von den ganzen Familienmitgliedern zu merken, fällt mir heute noch schwer, vor allem aber, wie man sie schreibt!

 

Wir fuhren einige Zeit später Richtung „neues Haus“ und da passierte mir Folgendes: Ich übergab mich im Auto. Ich weiß nicht, woran es wirklich lag; an dem Vegemite, das ich erstmals probierte, an der Lakritze, die ich für gewöhnlich zu umgehen versuche oder einfach, dass ich hinten im Auto saß und die Straßen einfach kurviger und hügliger sind, als ich es kannte. Wie auch immer, es passierte und lustigerweise hatte ich so etwas in der Art schon erwartet und einige Wetten gewonnen, die ich in Bezug auf ein „peinliches Erlebnis gleich am ersten Tag“ abgeschlossen hatte. Ich war also schon auf etwas in dieser Richtung eingestellt und mir war es deshalb nicht ganz so peinlich. Es wäre jedoch deutlich unangenehmer gewesen, wenn meine Gastfamilie nur halb so freundlich reagiert hätte, mir nicht aus dem Auto geholfen, mit mir sauber gemacht und mir frische Kleidung zum Umziehen aus meinem Koffer gegeben hätte. Ich bin jetzt noch dankbar für diese super Reaktion.

 

Nach diesem kleinen Missgeschick kamen wir dann etwas später zu Hause an. Es schien unscheinbar von außen, doch als ich das Haus betrat, traute ich meinen Augen nicht! Es ist so viel größer, als man es von außen vermuten könnte und sehr schön eingerichtet. Wir haben einen großen Garten, in dem ein Hund und ein Huhn verweilen (aus dem Huhn sollen demnächst übrigens vier werden). Doch das war erst die Spitze des Eisberges. Es ging weiter mit einem eigenen Billardtisch und einem Kinosaal im Dach, bestehend aus einer großen Leinwand und 10 super komfortablen Kinosesseln und natürlich ein paar 3D-Brillen. Und wer nun solch ein Hobby verfolgt, braucht auch eine Menge Filme, stimmt’s?  Ja, keine Bange, davon haben wir wirklich reichlich und die Anzahl ist stetig wachsend!

 

Zwei Tage nach meiner Ankunft startete ich in den ersten Schultag. Dieser verlief mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Wir entwarfen einen Stundenplan und ich war nun stolzer Besitzer der Schuluniform, wobei diese genauso gut als Jogginganzug durchgehen kann, was ich persönlich gut finde.

 

Haus Gastfamilie Australien

 

Die erste Woche war ziemlich spannend: neue Menschen, neue Fächer, neue Lehrer, neues System. Mit mir kamen noch fünf weitere Austauschschüler neu an meine Schule. Sie sind alle Mädchen und kommen aus Deutschland. Es tut ganz gut, dass noch einige dabei sind, mit denen man sich sicher und verständlich unterhalten kann, dennoch versucht jede von uns, so viel wie möglich mit den Australiern zu machen und in Englisch zu reden. Es ist etwas seltsam, wenn du mit einer Deutschen ausschließlich in Englisch kommunizierst, auch wenn es nicht halb so gut klappt, als wenn man die Kommunikation in deutsch führen würde. Aber wir alle haben uns mittlerweile daran gewöhnt.

 

Gitarre spielen Australien Radtour Australien

 

Radfahren Australien Bootsfahrt Australien

 

Die Zeit verstrich allmählich und nun sind schon drei Monate um. Ich habe in dieser Zeit viel erlebt, habe mit meiner Familie einige Orte erkundet, hatte Geburtstag, habe viel Zeit auf der Farm von Richards Eltern verbracht, wilde Kängurus gesehen, im Tierpark solche und Emus gefüttert und einen Koala gehalten. Ich war vor kurzem das erste Mal im Meer baden, habe mit meiner Gastfamilie die Geburtstage meiner Gasteltern gefeiert und hatte für eine Woche zwei Gastbrüder aus Indonesien.

 

Autofahrt Australien Bootsfahrt Australien

 

Känguru Känguru Australien

 

Geburtstag Geburtstagskuchen

 

Der Term 3 ist vor einer Woche zu Ende gegangen und ich habe nun das erste Mal Ferien, davon ist nun noch eine Woche übrig und ich bin gespannt, was noch alles passieren wird.

 

Australien ist ein Kontinent, indem sich viele kulturell unterschiedliche Menschen angesiedelt haben. Die australische Historie, ist wirklich spannend und erklärt, warum das Land so gut durchmischt ist und wie es sich im laufe der Zeit entwickelt hat. Wer sich also als Ziel setzt, nach Australien zu kommen, sollte für das “kunterbunte” Leben, verschiedener Kulturen offen sein und wird im Gegenzug dazu, im Nachhinein, nicht nur mehr über “down under” wissen, sondern auch über viele weitere Länder und Kulturstämme.

 

Ich empfehle jedem, der sich auf Reise begeben wird, auch wenn er noch so faul sein mag, ein Tagebuch zu führen. Ich habe mein privates und einen Blog und erlebe täglich so viel, dass ich froh bin, meine Gedanken und Erlebnisse aufzuschreiben und sie in gewisser Zeit wieder lesen zu können und mich genau an noch so kleine Dinge erinnern zu können.

 

Sonnenuntergang Australien