Freitag, 27. Mai 2016
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Schüleraustausch Costa Rica -
Abenteuer im Naturparadies

 

Erster Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Lydia S.
Stipendium gestiftet durch:
CAS

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

Landkarte Costa Rica

 

Eine neue Kultur zu adaptieren, eine Sprache perfekt erlernen  und interkulturelle Freundschaften schließen,  dies ist und war ein sehr großer Traum von mir, weshalb ich mich für ein Auslandsjahr entschieden habe. Ich beschloss gemeinsam mit meinen Eltern dieses Jahr in Costa Rica, voller Abenteuer zu verleben. Denn wer träumt nicht schon von einem Land, welches wie das pure Paradies erscheint, mit perfekten weißen Sandstränden, wunderschönen abwechslungsreichen Landschaften, mit grün bewachsenen Bergen und Schluchten, meterhohen Wasserfällen, faszinierenden Vulkanen, einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt und dazu angenehmes tropisches Klima. Des Weiteren möchte ich mich in diesem exotischen Land mit den vielen Facetten, welche die Natur zu bieten hat, von der familiär geprägten Mentalität und Lebensfreude der Ticos anstecken lassen und mein Heimatland selbst repräsentieren.

 

Schüleraustausch Costa Rica

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 23. Juli 2014 verabschiedete ich mich mit vollgepackten Koffern am Flughafen Berlin Tegel von meiner Familie. Es war der Beginn einer sehr aufregenden Zeit, welche nun eine lange Zeit noch anhalten wird, es war der Aufbruch in ein Jahr in dem ich so viel wie möglich Neues erfahren, sowie viele wertvolle Erfahrungen sammeln und interessantes erleben möchte. Was mich konkret im Einzelnen erwartete, wusste ich nicht. Meine Organisation CAS bereitete uns aber sehr spezifisch im Rahmen eines zweitägigen Vorbereitungstreffens auf das große Abenteuer vor. Zwei Monate vor Abflug fand dann auch schon die erste Kontaktaufnahme per Facebook mit der Familie statt, es folgte ein gemeinsames Skype-Gespräch. Voller Neugier auf das kommende Jahr, aber auch einer gewissen Angst, aufgrund der nicht vorhandenen spanischen Sprachkenntnisse, stieg ich ins Flugzeug und flog gemeinsam mit weiteren Austauschschülern in das Land meiner Träume. Nach einer herzlichen Begrüßung von den Betreuern meiner Organisation CAS absolvierten wir auf einer Finca in Cartago alle gemeinsam ein weiteres Vorbereitungsseminar, bei welchem wir dos and don'ts zum Verhalten in Costa Rica sowie weitere wichtige Schwerpunkte besprachen. Gleich am ersten Tag in dem Land unserer Träume erlebte ich mein erstes Erdbeben. Voller Vorfreude und Adrenalin lernten wir nun endlich am nächsten Tag nachmittags unsere Gastfamilien persönlich kennen. Ein für mich unvergesslicher Moment, bei dem ich mit viel Freude und offenen Armen empfangen wurde, einem Augenblick, wo mir zu dem Zeitpunkt noch ziemlich fremde Menschen schon sehr viel Liebe entgegen brachten.

 

High School Costa Rica

 

Zunächst machten wir erstmal einen Großeinkauf, bei welchem wir auch gleich die kompletten Schulsachen einkauften, da ich hier von der ersten Woche an die Schule besuche. Ich bewohne einen wunderschönen Bungalow mit einem eigenen Bad. Unten ist mein Schlafraum. Eine Treppe führt mich oben zu einem Zimmer mit meinem Kleiderschrank und einem Computer. Ich habe sogar einen Balkon mit einem formidablen Blick auf ganz San Ramon, die Stadt in der ich wohne.

 

High School Costa Rica

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Besichtigung meines Zimmers übergab ich noch die Gastgeschenke und so war der erste Tag in meiner neuen Familie auch schon vorbei. In der ersten Woche ging meine Familie mit mir in einem Restaurant schön essen, um mich noch einmal willkommen zu heißen. Um meine spanischen sowie englischen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen lerne ich an der bilingualen Schule San Agustin. Auch mein erster Schultag war sehr besonders für mich. Von meiner Klasse, welche aus 13 Mitschülern besteht wurde ich herzlichst aufgenommen. Für mich ist es sehr interessant ein unterschiedliches Schulsystem kennenzulernen und eine tolle Erfahrung täglich mit Schuluniform in die Schule zu gehen. Seit der zweiten Woche trainiere ich mehrmals die Woche auch aktiv in einem Basketballteam, welches sehr erfolgreich ist und es auch mit ausländischen Gegnern aufnimmt. Ich selbst habe hier erst begonnen, Basketball zu spielen und kann nun schon sehr gute Trainingserfolge verzeichnen. Durch das Basketball spielen konnte ich auch schon tolle Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen. So hatten wir beispielsweise auch schon ein Training in Kooperation mit einem Team aus Panama.

 

Gastfamilienaufenthalt Costa Rica

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach den ersten drei Wochen Aufenthalt machte CAS mit uns Austauschschülern den ersten mehrtägigen Ausflug zu einer Halbinsel im Westen des Landes. Wir bewohnten direkt am Strand gelegene Strandhäuser mit Hängematten, welche zum Erholen einluden. Nach einigen Stunden gemeinsamen Verweilens am Strand begann auch schon unser Surfkurs. Nach den ersten Stunden üben klappte es mit dem Surfen schon gut und der Spaß, den wir dabei hatten, war  in unseren Gesichtern nicht zu verkennen. Geschafft vom Surfen gingen wir abends typisch costa-ricanisch essen. Auch die beiden weiteren Tage nutzten wir intensiv zum Baden, Erholen, Surfen oder zum Schlendern durch die angrenzende Stadt. Des Weiteren hatten wir die Möglichkeit den Strand entlang mit Pferden zu reiten. Den letzten Tag ließen wir gemeinsam mit einem Lagerfeuer am Strand ausklingen.

 

Austausch Costa Rica

 

 

 

 

 

 

 

Am 15.09.2014 war der Unabhängigkeitstag von Costa Rica (Nationalfeiertag). Die fünf mittelamerikanischen Provinzen, welche heute Honduras, Guatemala, Costa Rica, El Salvador und Nicaragua heißen, erhielten am 15. September 1821 ihre Unabhängigkeit von Spanien. Schon einen Tag vorher fanden Fackelläufe statt und um 18:00 Uhr sangen alle gemeinsam die Nationalhymne. Am 15.09.2014 waren dann überall große Umzüge an denen sich alle Grundschulen, High-Schools, Universitäten beteiligten. Unter anderem gab es Bands mit Glockenspielen und Trommeln, ganze Orchester, Cheerleader, Tanzgruppen und viele Menschen waren traditionell gekleidet.

 

Erfahrungen Costa Rica

 

 

 




 

 

 

 

Vergangene Woche verlebte ich vier tolle Tage in Panamá mit etwa 30 weiteren Austauschschülern. In aller Frühe trafen wir uns am CAS-Büro in San José und traten die Reise nach Panamá an. Nach einigen Stunden Busfahrt erreichten wir die Grenze zwischen Costa Rica und Panama. Die Grenze ist ein Fluss der über eine hölzerne Brücke mit meheren Löchern überquert wird. Nachdem die Ausreise aus Costa Rica und Einreise nach Panamá vollzogen war, ging es zunächst noch mit dem Bus weiter. Anschließend fuhren wir alle mit drei Booten zur Insel Bastimientos. Gleich als erstes bezogen wir unsere Zimmer und schon gab es Abendessen und anschließend vergnügten wir uns mit ausgiebigen Runden des Gemeinschaftspiels „Werwolf“ welches wir auch die weiteren Abende bis zum späten Abend spielten. An nächsten Morgen wollte ich mit vier weiteren Freunden den Strand vor dem Frühstück erkunden und eine Runde am Strand laufen gehen. Nachdem wir es endlich schafften auf den scheinbaren richtigen Weg zu gelangen, fanden wir uns nach einigen Minuten mitten im Regenwald wieder. Auf Nachfrage bei unser Unterkunft wurde uns ein fünfzehnminütiger Weg zum Strand versichert. Nach der angegebenen Zeit standen wir alle nur in Flip Flops und bis über die Knöchel mit Erde aufgrund des Regens in der Nacht. Nach kurzem Folgen des matschigen Trappelfades mitten durch den Regenwald, welcher aber als einziger Weg zum Strand ausgeschildert war, erreichten wir einen wunderschönen einsamen Strand. Wir liefen eine Runde den Strand entlang und wurden zusätzlich mit der aufgehenden Sonne belohnt. Diesen wunderschönen Strand genoss ich täglich mit einigen Freunden vor dem Frühstück. Anschließend nahmen wir ein erfrischendes Bad im Meer. Nach dem Frühstück brachen wir mit den Booten auf, um die dort lebenden Delphine zu beobachten. Ein wunderschöner Anblick diese Säugetiere unbeschwert durch das Wasser in Bootsnähe gleiten zu sehen.  Anschließend tauchten wir in die Unterwasserwelt im Rahmen des Schnorchelns ein. An zwei verschiedenen Orten bekamen wir die Möglichkeit, um die bunte, vielfältige und vor allem faszinierende Unterwasserwelt zu erleben. Zu Mittag aßen wir auf einer anderen wunderbaren Insel unsere Lunchpakete und badeten ausgiebig in dem klaren Wasser. Am Nachmittag machten wir einen Halt an der Hauptinsel, wo wir zwei Stunden Aufenthalt hatten und durch die Straßen schlenderten und kalte Fruchtshakes in einem Cafe genossen. Den nächsten Tag verbrachten wir auf einer einsamen Insel, wo wir badeten, noch einmal schnorcheln konnten und einmal um die Insel liefen. Anschließend beobachteten wir noch vom Boot aus die in den Mangrovenwäldern lebenden Faultiere. Überglücklich über das Erlebte reisten wir den nächsten Tag ab.

 

Costa Rica Schüleraustausch

 

Nun lebe ich schon seit 3 Monaten in Costa Rica, in einem Land welches die vergleichbare Größe von Niedersachsen hat (51.100 km²) und dessen Hauptstadt San José ist, welche sich ziemlich zentral im Mittelpunkt des Landes befindet. Mit meiner Gastfamilie wohne ich in San Ramón, in einer Stadt, welche sich in der Provinz Alajuela befindet und von etwa 10.700 Einwohnern besiedelt wird. In meiner Familie, welche aus meiner drei Jahre jüngeren Gastschwester, meinem sechs und 21jährigen Gastbrüdern und meinen beiden Eltern besteht, bin ich nun kein Gast mehr, sondern wurde liebevoll von Anfang an als vollwertiges Familienmitglied aufgenommen. Des Weiteren konnte ich schon meine Tanten und Onkels kennenlernen sowie meine Großeltern, zu welchen ich jetzt schon ein vertrautes und herzliches Verhältnis aufbauen konnte. Auch ich habe meine gesamte Familie schon sehr in mein Herz geschlossen. Simultan konnte ich mich auch in meiner Klasse sehr gut integrieren, so gehören nun gemeinsame Nachmittage mit meinen Klassenkameraden zu keiner Seltenheit mehr. Kollektive Fußballabende mit Pizza essen, Kinobesuche oder Sushi essen mit Freunden versüßen mir nun die Freizeit. Die Verständigung wurde die ersten Wochen und Monate auf Englisch praktiziert, aufgrund meiner noch sehr ausbaufähigen spanischen Sprachkenntnissen. Nun verstehe ich schon sehr viel auf Spanisch und kann mich auf einem einfachen Niveau eigenständig verständigen. Das costa ricanische Essen ist nun zu einer täglichen Besonderheit in meinem Alltag geworden. Die Küche ist hier sehr ausgewogen und trotzdem abwechslungsreich, so dass meistens Reis mit schwarzen Bohnen und Hühnchen in Abwechslung mit Meeresfrüchten und Fisch gegessen wird. Des Weiteren gibt es hier köstliche Suppen, welche viel einheimisches Gemüse enthalten. Jede Woche komme ich hier nun in den Genuss neue Früchte- und Gemüsesorten kennenzulernen und zu probieren, von denen ich die meisten noch nie in meinem Leben gesehen habe.

 

Gastschulaufenthalt Costa Rica

 

Die ersten 3 Monate konnte ich nun schon einige Orte von Costa Rica und vor allem Neues entdecken, viele Freundschaften schließen und erste wichtige Erfahrungen sammeln. Vor allem aber kann ich mit jeder Woche die costa ricanische Kultur mehr adaptieren. Die Lebensfreude, welche mir die Ticos täglich vermitteln, konnte ich nun auch schon in mir aufnehmen und mit der daraus evozierten Lebensweise und Offenheit erlebe ich den Alltag und die verschiedenen zwischenmenschlichen Kontaktebenen intensiver. Des Weiteren ist es für mich eine tolle Möglichkeit mich in einer Gesellschaft zu bewegen, welche nicht von Individualismus geprägt ist wie beispielsweise in Deutschland sondern eher von Kollektivismus. So wird der Alltag hier sehr familiär gestaltet und das Miteinander ist primärer vorhanden.  Auch der Aufgabe mein Heimatland zu repräsentieren konnte ich schon nachkommen und die einen oder anderen manifestierten Vorurteile beseitigen. Resultierend aus dem schon Erlebten kann ich sagen, dass ich mich hier schon sehr gut eingelebt sowie integriert habe, und ich freue mich auf jeden weiteren Tag, den ich hier erleben kann, auch wenn der Alltag hier manchmal ein kleines Abenteuer ist.