Samstag, 25. Mai 2019
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Mein Abenteuer in Kanada

 

Erfahrungsbericht
WELTBÜRGER-Stipendiatin
Helena O.
Stipendium gestiftet durch:
MAP



Schüleraustausch USA



Mein ganz persönliches Abenteuer - so nenne ich mein Auslandsjahr gerne, denn genau das ist es. Es ist ein Abenteuer, zu dem ich mich entschieden habe und ich bin unheimlich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe!

 

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Die Reise beginnt

 


Mein Abenteuer begann am 27. August 2018 in München. Von dort aus flog ich mit einigen weiteren MAP-Schülern nach Vancouver. Unser Flug dauerte ungefähr sieben Stunden, die mir, um ehrlich zu sein, wie die längsten Stunden meines Lebens vorkamen. Ich war so aufgeregt, dass ich mir wünschte, sofort in Kanada zu landen und alles zu entdecken. In Kanada angekommen habe ich zunächst mit einigen anderen Schülern am Vorbereitungsseminar in Vancouver teilgenommen. Als wir am Flughafen angekommen waren, mussten die Schüler, die ein ganzes Jahr in Kanada bleiben, ihr Visum vorzeigen und auf ihr Study Permit warten. Das hat nicht wirklich lange gedauert. Anschließend haben wir unser Gepäck abgeholt und wurden dann mit einem kleinen Bus zum Hotel gebracht. Es haben sich immer zwei Schüler ein Zimmer geteilt, das recht groß war und ein Badezimmer hatte. Da wir alle einen ordentlichen Jetlag hatten, haben wir an diesem Abend nichts mehr unternommen.

 

Unser nächster Tag startete mit einem leckeren Frühstück und einem kleinen Vortrag über die kanadische Kultur. Anschließend fuhren wir mit dem Zug in die Innenstadt Vancouvers. Dort machten wir eine Fahrradtour durch den Stanley Park, was unglaublich schön war. Auch das Wetter spielte mit, es war sonnig und nicht zu kalt. Im Anschluss an unseren Besuch im Stanley Park erlebten wir einen 4D-Flug über Kanada, mein persönlicher Höhepunkt des Tages. Anschließend besuchten wir auf einem Aussichtsturm, von welchem aus sich uns ein  unvergesslicher Blick über Vancouver bot!  Die Tour endete schließlich in Chinatown, von wo aus wir uns für zwei Stunden Freizeit alle in unterschiedliche Richtungen begaben. Ich habe mich mit vier weiteren Mädchen, die im Laufe des Tages zu meinen Freundinnen geworden waren, in ein Café gesetzt und das Wetter genossen. Am Abend trafen wir uns an dem ,,Spaghetti Factory Restaurant”, um  gemeinsam zu essen. Wieder an unserem Hotel angekommen,  fielen wir alle todmüde in unsere Betten. Der Jetlag hatte noch enormen Einfluss auf unsere Kraftreserven! Aller Anstrengungen zum Trotz war dies ein gelungener Tag!

 

Am nächsten Morgen war das Wetter leider nicht mehr so schön. Es regnete leicht, aber das hat uns von unserem Programm nicht abhalten können! Wir sind mit kleinen Booten nach Granville Island gefahren und hatten dort vier Stunden Freizeit, in der wir die Insel mit all den Geschäften besichtigen konnten. Danach fuhren wir nochmal zum Hotel zurück, von wo aus wir schließlich mit Bussen zum Flughafen gebracht wurden; dort brachte uns Frau Lessing von MAP durch den Check In, anschließend waren wir auf uns allein gestellt.

 

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Ankunft in der Gastfamilie

 


Ich bin von Vancouver aus nach Calgary geflogen, was ungefähr eine Stunde gedauert hat. Nachdem ich mein Gepäck abgeholt hatte, suchte ich nach meiner Gastmutter und fand sie auch recht schnell. Wir begrüßten uns herzlich und stiegen dann für eine Stunde Fahrt ins Auto, bis wir mein ` neues Zuhause` erreicht hatten. Während dieser Stunde habe ich mich bereits sehr gut mit meiner Gastmutter Shelly unterhalten. Als wir dann meinen Koffer in mein neues Zimmer gebracht hatten, bin ich nur noch in mein Bett gefallen. Es war schon Mitternacht und die Anstrengungen des Fluges und des immer noch anhaltenden Jetlags haben mich komplett “ausgeknockt”.

 

Am nächsten Morgen begann der erste unvergessliche Tag in meiner Gastfamilie. Ich lernte meine zwei kleinen Gastgeschwister Elliot, fünf Jahre alt, und Evelyne,  acht Jahre alt, kennen und schloss sie sofort in mein Herz.  Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und gleich miteinander gespielt. Am Abend traf ich dann zum ersten Mal meinen Gastvater Dan; auch mit ihm verstand ich mich sofort sehr gut. Im Laufe der letzten zwei Monate habe ich eine sehr starke Bindung zu meiner Gastfamilie aufgebaut; sie unterstützen mich, wo sie nur können und geben mir das Gefühl, willkommen und integriert zu sein! Ein paar Tage nach meiner Ankunft in Canmore, der Kleinstadt, in der ich lebe, kam auch meine japanische Gastschwester Sana an. Sie ist genau wie ich 17 Jahre alt und wir verstehen uns sehr gut, obwohl wir charakterlich nicht verschiedener sein könnten. Doch das ist sehr gut, denn so können wir voneinander lernen!

 

Ich bin sehr dankbar, sie in der Familie zu haben, auch wenn wir nicht alles zusammen unternehmen. Die Familie Brown als meine Gastfamilie bezeichnen zu dürfen, ist ein großes Glück! Wir unternehmen sehr viel zusammen, gehen zum Beispiel wandern oder schwimmen. Wir waren auch schon gemeinsam in Calgary und haben uns ein Eishockeyspiel zusammen angeschaut. All das macht unglaublich viel Spaß!

 

 

Der Schulalltag

 


Meine Schule startete am 4. September und mein erster Schultag unterschied sich sehr von all denen, die ich in Deutschland bisher erlebt hatte. Jeder Schüler und jede Schülerin musste seine Schulbücher selber in der Bücherei abholen, sich um ein neues Passwort und den Locker kümmern und es wurde ein Foto für den Schülerausweis gemacht. Außerdem konnte man sich für verschiedene Projekte eintragen. Ich habe mich für das “Cross Country Running” entschieden. Nachdem man all das gemacht hatte, konnte man gehen.

 

Für mich war es wirklich seltsam, all diese Dinge selbstständig zu organisieren, da ich das aus Deutschland nicht kannte. Da es mir allerdings sehr wichtig ist, im Laufe meiner Zeit in Kanada Eigenverantwortung zu lernen, kam mir diese Herausforderung sehr willkommen. Am selben Tag bekam ich auch meinen Stundenplan, mit dem ich nicht ganz zufrieden war. Zum Glück konnte ich die Fächer noch wechseln und ich habe Drama gegen Kunst getauscht. Ich habe jeden Tag den gleichen Stundenplan; er beginnt mit “Social Studies”, gefolgt von Kunst, danach Mittagspause, anschließend Mathe und zuletzt Musik. Die Schule beginnt um 8:20 Uhr an und endet um 15:20 Uhr. Ich werde jeden Morgen von einem typischen Schulbus abgeholt, wie man ihn aus amerikanischen Teenager-Filmen kennt.

 

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Meine Lehrer sind wirklich toll und es macht mir sehr viel Spaß, hier in die Schule zu gehen! Ich habe auch schon die ersten Mathe Arbeiten geschrieben, die nicht besonders schwierig waren, da ich den Unterrichtsstoff bereits aus dem letzten Jahr in Deutschland kannte.  In “Social Studies” habe ich einen Aufsatz zum Thema “Bis zu welchem Grad hat Kanada (ich sollte es natürlich für Deutschland machen) einen ausgeprägten Sinn für Nationalismus” geschrieben. In diesem Aufsatz habe ich mit 97.3% abgeschnitten, was mich sehr stolz machte.

 

Auch der Kunstunterricht macht mir wirklich Spaß, obwohl er mich in Deutschland nie besonders interessiert hatte. Da ich Querflöte spiele, fällt mir Musik nicht schwer. Ich habe auch schon viele Freunde gefunden, die aus Mexiko, Spanien, Italien und Kanada kommen. Es ist recht schwer, kanadische Freunde zu finden, da diese sich schon an die internationalen Schüler gewöhnt haben und es für sie nichts Neues mehr ist. Trotzdem sind sie sehr nett;  ich gehe wirklich gerne hier zur Schule.

 

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Die Schule organisiert jeden Monat eine andere Aktivität für uns internationalen Schüler. Letzten Monaten waren wir alle raften, was unglaublich viel Spaß gemacht hat! In diesem Monat steht Curling mit der Familie auf dem Programm.

 

 

Wetter und Wildlife

 


Das Wetter ist meiner Meinung nach typisch kanadisch, denn es ist kalt, eiskalt! Wir hatten schon im September den ersten Schnee, obwohl das selbst für Kanada ungewöhnlich ist. Im Oktober gab es dann den ersten richtigen Schneesturm, der mit 40 cm Schnee und einem Verkehrschaos endete. Man könnte ja meinen, dass es bei diesem Wetter schneefrei gibt, aber dann hat man vergessen, dass man in Kanada ist. Schneefrei gibt es in deren Wortschatz nicht wirklich. Es war allerdings auch gar nicht schlecht, an diesem Tag in die Schule zu gehen, denn aufgrund des Verkehrschaos fehlte etwa die Hälfte der Schüler, was etwa dazu führte, dass wir in ,,social studies“ Kaffe tranken und keine Hausaufgaben aufbekamen.

 

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Meine Gastgeschwister und ich haben an diesem Tag eine Schneeballschlacht veranstaltet und einen Schneemann gebaut. Die Landschaft sieht einfach wunderschön aus, wenn alles in Weiß gehüllt ist! Ich habe auch schon eine Menge “Wildlife” gesehen, etwa Elche und Rehe. Es ist hier nichts Ungewöhnliches, Elche auf der Straße zu sehen. Leider habe ich noch keinen Bären gesehen, dafür hat ein Freund mir allerdings ein Foto von einem Bären im Nachbarsgarten geschickt. Vielleicht habe ich dieses Jahr auch noch das Glück, einen zu Gesicht zu bekommen - natürlich mit gebührendem Abstand.

 


Ich bin unglaublich froh, dieses Auslandsjahr machen zu dürfen und ich genieße wirklich jeden einzelnen Tag! Sowohl meine Gastfamilie als auch meine Schule sind unglaublich toll!
Und eins steht definitiv fest: Ich werde nach diesem Jahr nicht mehr dieselbe Person sein, die ich war, als ich in Kanada ankam. Ich werde viele neue Erfahrungen gemacht haben, die mich prägen und formen werden. Der Kern aber wird bleiben.

 

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